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Pit Klein

28. Januar 2010
iPad von Apple - Riesen-iPhone ohne Telefon: Apple stellt iPad vor - lange erwarteter Tablet-PC kommt Bild vergrößern 937 546 http://img1.magnus.de/Apple-iPad-r937x546-C-83aa865c-8845190.jpg
iPad von Apple - Riesen-iPhone ohne Telefon

Apple stellt iPad vor - lange erwarteter Tablet-PC kommt

Der IT- und Medienkonzern Apple hat am Mittwochabend seinen lange erwarteten Tablet-PC namens iPad vorgestellt. Das Gerät erinnert an das Mobiltelefon iPhone, ist allerdings erheblich größer. Unternehmens-Chef Steve Jobs präsentierte den iPad - entgegen der Tradition, "das wichtigste zum Schluss" - gleich als erstes.

Der IT- und Medienkonzern Apple hat am Mittwochabend (deutsche Zeit) seinen lange erwarteten Tablet-PC namens iPad vorgestellt.

Das Gerät erinnert stark an das Mobiltelefon iPhone, ist allerdings erheblich größer ausgefallen, außerdem sind Telefongespräche nicht möglich. Unternehmens-Chef Steve Jobs präsentierte den iPad - entgegen der Tradition, "das wichtigste zum Schluss" - nach einem kurzen Vorgeplänkel gleich als erstes. Er führte zahlreiche Applikationen auf dem Tablet vor, darunter auch den hauseigenen Video- und Musikshop iTunes. Das iPad nutzt Gesten wie das iPhone - als Wischen, Blättern und Zwei-Finger-Zoom. Das alles funktioniert übergreifend, also auch im installierten Safari-Browser.

Bilder, Musik und Videos lassen sich den Angaben zufolge mit dem PC synchronisieren - nicht nur mit Mac-Computern, sofern ein USB 2.0 Anschluss vorhanden ist. Der Tablet-PC reagiert auf Lageänderungen wie das iPhone, kann also Bildschirminhalte in die Vertikale und Horizontale drehen. Im Gegensatz zu Notebooks verfügt der flache Apple-Rechner nicht über eine Hardware-Tastatur. Texte werden über virtuelle Tasten auf dem Display eingegeben. Ein GPS-Modul zur Positionsbestimmung ist ebenso wie ein digitaler Kompass an Bord.


Technische Daten des iPad

Das iPad ist nur 12,7 Millimeter dünn und wiegt gut 680 Gramm. Es nutzt ein 9,7 Zoll großes LCD-Panel mit kapazitivem Display und einer Auflösung von 1.024 x 768 Pixel bei 132 Pixels per inch (ppi). Für die Bedienung ist ein leitender Gegenstand wie ein Finger notwendig.

Im Inneren werkelt ein Prozessor mit einem 1 GHz Taktfrequenz. Das Gerät wird in mehreren Versionen angeboten, mit Speicher zwischen 16 und 64 GByte. Das scheint überraschend wenig. Neben WLAN ist auch Bluetooth 2.1 an Bord. Die Batterie soll 10 Stunden durchhalten, im Standby rund einen Monat. Ein 30-Pin-Connector - identisch mit dem iPhone - sorgt für den Kontakt mit PC oder Mac. Einen Standard-Stecker oder USB-Port sucht man also vergeblich.

Damit ist klar, dass Apple sein iPad nicht als direkte Konkurrenz zu sogenannten E-Reader positioniert, die mitunter wochenlang ohne Stromversorgung auskommen. Vielmehr sieht der Konzern aus Cupertino den Tablet als Multimedia-Spaßmacher für zu Hause, der sich auch fürs Zeitungslesen eignet, aber nicht nur. Der genutzte Akku ist nicht austauschbar, das Gerät muss eingeschickt werden, wenn der Stromversorger defekt ist.

Alle bereits für das iPhone vorhandene Apps lassen sich mit dem iPad direkt nutzen. Ein weiterer deutlicher Hinweis, dass sich beide Geräte technologisch sehr ähnlich sind - inklusive des genutzten Betriebssystems und des fehlenden, aktiven Multitaskings. Auch an das Thema Spiele hat Apple gedacht: Der Konzern sieht in diesem Segment auch aufgrund des enormen Erfolges von Konsolen wie PS3, Wii oder XBox360 viel Potential. "Das wird einen neuen Goldrausch für Entwickler auslösen", sagte Jobs. Erste Titel kommen unter anderem von Electronic Arts (EA).

Apple iPad
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Spezielle App für die "New York Times"

Wie erwartet, wurde auch eine spezielle App für die Tageszeitung "New York Times" gezeigt - mit interaktiven Features wie dem Abspielen von Videos beim Klick auf einen Link, oder dem Vergrößern angezeigter Bilder. Auch Buchverlage kooperieren, darunter HarperCollins, Simon & Schuster und Hachette. Inwieweit sich die kurze Akkulaufzeit und das LC-Display mit dem Lesen von Büchern verträgt, bleibt abzuwarten. Die entsprechende iTunes-Rubrik nennt sich künftig "iBooks".

Auch als Ersatz fürs MacBook soll das iPad auf dem Wohnzimmer-Tisch dienen. Die Software "iWorks", eine Art Office für den Mac, läuft auf dem Tablet-PC als App in angenehmer Geschwindigkeit. Für ein kleines Schreiben oder eine Überprüfung einiger Spreadsheets sollte es reichen.

Die Kosten - iPad beginnt bei nur 500 US-Dollar

Sechs Versionen des iPad stehen zur Verfügung. Diese werden nach den RAM-Kapazitäten von 16, 32 und 64 GByte sowie den Datenübertragungsschnittstellen WLAN und UMTS unterschieden. Das kleinste Modell mit 16 GByte RAM und WLAN kostet 500 US-Dollar. Mit zusätzlichem UMTS-Modul sind es 630 US-Dollar. Bei 32 GByte und WLAN werden 600 US-Dollar fällig, mit UMTS 730 US-Dollar. Das Topmodell mit 64 GByte verschlingt 700 bzw. 830 US-Dollar.

In den USA wird das iPad vom Mobilfunkkonzern AT&T vertrieben, der es mit einem Datentarif koppelt. 250 MByte Daten im Monat kosten 15 US-Dollar, bei unbegrenztem Volumen, das je nach Anbieter bei fünf GByte gedeckelt sein kann, werden 30 US-Dollar fällig. Immerhin: Ein Vertrag muss nicht abgeschlossen werden, die Prepaid-Vereinbarung lässt sich jederzeit kündigen und hat keine Mindestvertragslaufzeit. In Deutschland wird das Gerät wohl erst ab Juni oder Juli angeboten. Konkrete Angaben zu dem beteiligten Mobilfunkunternehmen machte Apple nicht. Auch Euro-Preise sind unbekannt. Klar ist nur, dass auf ein kundenunfreundliches SIM-Lock im Gegensatz zum iPhone verzichtet wird.

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Verfügbarkeit

Apple will das WLAN-Modell Ende März ausliefern, das iPad mit UMTS Ende April. Optional ist auch eine Docking-Station enthalten, an die sich eine Tastatur anschließen lässt. Das iPad fungiert dann quasi als Monitor und Rechner. Alle technischen Spezifikationen lassen sich hier abrufen. Dort wird auch bereits verschiedenes Zubehör aufgeführt. Unter anderem gehört dazu ein SD-Karten-Adapter.

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