- Computer
- Software
- Foto
- TV & Video
- HiFi & MP3
- Wirtschaft
- Panorama
- Sicherheit & Internet
- Handy & Navigation
- Games, Filme, Musik
Michael Orth
Buchtipp: „Wo sind die normalen Menschen?“
Wenn jemand Spiele an- und verkauft, dann kann er was erleben... wie Patrick Becher, Mitinhaber von Com Illusion. Seine Erlebnisse behielt er aber nicht für sich, sondern hat sie zu einem kurzweiligen Buch verarbeitet.
Kunde: „Ich habe mich in der ganzen Straße umgesehen. Ihr seid der mit Abstand billigste Laden. Das finde ich toll!“
Verkäufer: „Wir bemühen uns!“
Kunde: „Das Spiel hier kostet bei Euch 15 Euro. Andere Läden nehmen dafür teilweise bis zu 30 Euro!“
Verkäufer: „Manchmal lohnt es sich halt, sich umzuschauen!“
Kunde: „Krieg ichs für 10 Euro?“
Verkäufer: „Nein, wie du eben schon gesagt hast, kostet es sonst teilweise das Doppelte!“
Der Kunde verlässt den Laden ohne das Spiel zu kaufen.
Dialoge wie dieser halten viele klar denkende Menschen davon ab, sich mit einem eigenen Laden zu verwirklichen. Dabei ist das noch eine der harmloseren Kunden-Verkäufer-Begegnungen aus dem Buch „Wo sind die normalen Menschen?“ von Patrick Becher. Und der weiß schließlich wovon er spricht, gehört doch seine Firma „Com Illusion“ zu den größten im Bereich An- und Verkauf gebrauchter Spiele – inklusive eines Ladengeschäfts in Hamburg.
Früher waren es sogar mal drei - genug Stoff für allerlei Anekdötchen aus dem Geschäftsalltag. Das Buch nennt sich „Wo sind die normalen Menschen?“ (ISBN 978-3981141719) und erscheint im auf Videospiele spezialisierten CSW-Kleinverlag. Der Großteil der dargebrachten Geschichten bezieht sich darauf, wie dumm oder dreist (oder dummdreist) die Kundschaft sein kann. Da gibt es die Unwissenden, die Geizkrägen, die Beratungsresistenten, die Kriminellen oder auch die eben erwähnten Dummdreisten, die ein Spielegeschäft mir einer Raubkopierhöhle verwechseln. Dabei wandelt Patrick Becher aber auf einem schmalen Grat zwischen Selbstironie und bloßer Zurschaustellung des „Kundenpöbels“. Mitunter fragt man sich, warum er seinen Beruf überhaupt ausübt, wenn ihm die Käuferschaft anscheinend dermaßen auf den Keks geht.
Die einzelnen Geschichten sind in der Regel nur ein paar Zeilen lang, meist in Form kurzer Kunden-Verkäufer-Dialoge. Erinnert hat uns das ein wenig an eine lose Witzsammlung. Die ist zwar in 15 Kapitel unterteilt, aber die Zuteilung erscheint nicht immer unbedingt logisch und passend. Größter Schwachpunkt ist die Qualität der dargebrachten Erlebnisse selbst. Die Bandbreite reicht von „Brüller!“ über „ganz nett“ und „belanglos“ bis hin zu „wo war jetzt die Pointe?“. Viele sind zudem nicht besonders spielespezifisch. Auf der anderen Seite wird ausgerechnet das einmal erwähnte GTA extra erklärt, was angesichts der doch sehr eng gefassten Zielgruppe etwas befremdlich erscheint.
Trotz aller Kritikpunkte erfüllt „Wo sind die normalen Menschen?“ seinen Hauptzweck sehr ordentlich: Immer wieder muss man spontan schmunzeln, für einige Stunden unterhält es prima. Und auch wenn die verlangten 9,95 Euro ein bisschen viel angesichts des Gegenwerts sind, so muss man dem CSW-Verlag doch höchst dafür dankbar sein, die vernachlässigte Nische der „digitalen Kultur“ mit solchen Büchern abzudecken.
Verwandte Themen
Kleines Spiel für zwischendurch

Android schnäppchen Bestenlisten 3d bildergalerie amazon preisvergleich Canon D5100 Tablet iPad 2 Creativ+Colorfoto Spiele+Musik









