
Pit Klein, mit Material der dpa
Google-Hack und gerichtliche Drohungen
China bestreitet Verwicklung in Hacker-Angriffe - Google droht Clone
Die chinesische Regierung hat jede Verwicklung in Hacker-Angriffe bestritten. "Die Regierung hat Cyber-Attacken niemals unterstützt, war niemals darin verwickelt und wird es auch niemals tun", sagte Peng Bo, ein Vertreter des Internet-Büros im Informationsamt des Staatsrates, nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Dienstag.
Er wies Vorwürfe von amerikanischen Experten zurück, dass Chinas Militär oder Regierungsbehörden hinter Angriffen auf Computer steckten, um Technologie oder Handelsgeheimnisse zur Unterstützung von Staatsunternehmen auszuspionieren. "Solche Äußerungen sind grundlos." China sei selbst das größte Opfer von Hacker-Angriffen.
Selbst wenn Angriffe nach China zurückverfolgt werden könnten, sei es sehr wahrscheinlich, dass die Attacken von Leuten in anderen Ländern kontrolliert würden, meinte der hohe Funktionär. "Es gibt zehntausende Computer in China, die von Leuten außerhalb des Landes unter Kontrolle gebracht worden sind", sagte Peng Bo.
Google war Ziel eines raffinierten Hacker-Angriffs aus China geworden, das Unternehmen hatte daraufhin sein Geschäft auf den Prüfstand gestellt und auch angekündigt, seine chinesische Suchmaschine künftig nicht mehr selbst zensieren zu wollen.
Google droht "großer Schwester" in China
Der Konzern drohte einem "Goojje" genannten Imitat seiner chinesischen Suchmaschine unterdessen mit einer Unterlassungsklage. Die Anwälte bemängeln Urheberrechtsverletzungen, wie die chinesische Zeitung "Global Times" am Dienstag berichtete. Die Gründer von "Goojje" wiesen die Vorwürfe zurück. Die Nutzer wüssten sehr wohl über den Unterschied zwischen den beiden Webseiten Bescheid. Es gebe auch keine kommerziellen Interessen. Lukrative Werbeangebote seien abgelehnt worden, hieß es.
Eigentlich war "Goojje" (Chinesisch: Gujie) auch aus Sympathie über Google entstanden. Die Suchmaschine vermischt die Ergebnisse der chinesischen Suchmaschine google.cn mit denen ihres großen Konkurrenten Baidu. Die Webseite stellt sich in Anlehnung an das chinesische Wort "Jiejie" praktisch als "große Schwester" von Google vor, das auf Chinesisch "Guge" genannt wird. Die Endung erinnert an "Gege", den großen Bruder.
Die Idee zu "Goojje" war im Januar unter Freunden entstanden, als der US-Internetkonzern angekündigt hatte, sich in China nicht mehr selbst zensieren zu wollen und dafür auch einen Rückzug aus dem Wachstumsmarkt in Kauf zu nehmen. Unter dem Logo stand damals "Der Bruder geht weg ... aber die Schwester wird ihn vermissen". Als Google seinen Schritt wegen der noch laufenden Gespräche mit den chinesischen Behörden vorerst hinauszögerte, hieß es plötzlich: "Der Bruder bleibt wegen der Schwester."
Der chinesische Google-Konkurrent Baidu erklärte, das Unternehmen habe nicht die Absicht, juristisch gegen "Goojje" vorzugehen. Das Design der "Goojje"-Webseite ähnelt stark der Suchmaschine von Google, doch taucht auch eine blaue Pfote, das Markenzeichen von Baidu, im Schriftzug auf. Zehntausende von Internetnutzern besuchen die Seite täglich, die sich wachsender Popularität erfreut.
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