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Newsredaktion Golem
China blockiert Berichte über Tibet
Nach den Unruhen in Tibet in den letzten Tagen hat China den Zugang zum Videoportal YouTube gesperrt. Auf diese Weise wollen die Behörden verhindern, dass sich die Bürger im Land über die Vorgänge in Tibet informieren.
YouTube ist normalerweise in China nicht blockiert. Seit dem 16. März 2008 bekommen Internetnutzer jedoch lediglich eine leere Seite zu sehen. Auf YouTube waren in den vergangenen Tagen Videos von den Demonstrationen in mehreren Städten Tibets sowie den Aktionen der chinesischen Armee aufgetaucht. Auch das Nachrichten-Portal Google News war nicht erreichbar.
Wie der Consultant und Autor Fons Tuinstra in seinem Blog "China Herald" berichtet, waren einige westliche Medienangebote gesperrt, die sonst erreichbar sind. Teile seines RSS-Feeds waren blockiert, schreibt Tuinstra, der sich gerade in China aufhält. Das sei neu. Ebenfalls neu ist, dass Artikel nur teilweise angezeigt werden. "In der Vergangenheit konnte ich einen Artikel aufrufen oder eben nicht", so Tuinstra. Jetzt aber sei es ihm passiert, dass der Ladevorgang eines Artikels nach dem Anzeigen einiger Absätze gestoppt wurde. Dennoch habe er sich auch in China ein Bild von der Lage machen können.
Die chinesischen Behörden achten streng darauf, was die über 210 Millionen Internetnutzer sehen können. Vor allem beim Thema Tibet reagieren die Behörden sehr empfindlich. Entsprechend ist die Provinz für Ausländer gesperrt. Touristen und Angehörige von Hilfsorganisationen sollen Tibet verlassen.
Auf den chinesischen Videoportalen wie Tudou, 56 oder Youku waren keine Videos von den Demonstrationen aufgetaucht. Die Betreiber dieser Portale sorgen selbst dafür, dass die Zensoren keinen Grund zur Beanstandung haben. Nach Berichten chinesischer Blogger waren auch diverse der in China beliebten Foren geschlossen oder zensiert. Textnachrichten aus Tibet oder solche, die die Situation dort ansprachen, seien gefiltert worden.
Anlass für die Demonstrationen ist der Jahrestag eines Aufstandes der Tibeter gegen die chinesischen Besatzer im Jahr 1959. Nach dessen Niederschlagung floh der Dalai Lama aus China, das religiöse Oberhaupt der Tibeter. Bei den Unruhen wurden je nach Quelle zwischen 13 und 90 Menschen getötet.
Golem
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