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15. Oktober 2010
Skepsis: Einführung des neuen ePerso geht in die heiße Phase Bild vergrößern 937 1246 http://img3.magnus.de/Elektronischer-Personalausweis-r937x1245-C-62b913a0-38086279.jpg © dpa
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Skepsis

Einführung des neuen Personalausweises geht in die heiße Phase

Der Chaos Computer Club hat es vorgemacht: Unter bestimmten Bedingungen können Daten aus dem Chip des neuen Personalausweises von Angreifern ergattert werden. Dieses Szenario beschäftigte auch eine Konferenz des Innenministeriums, die den Beginn der heißen Phase für den elektronischen "Perso" markiert.

Zwei Wochen vor dem Start des neuen Personalausweises ist immer noch Skepsis spürbar. "Es gibt ein Grundmisstrauen gegen alles staatliche Handeln", sagte Informatik-Professor Christoph Meinel am Freitag auf einer Veranstaltung des Bundesinnenministeriums in Berlin. Dies komme beim neuen Personalausweis mit dem Misstrauen gegenüber dem Internet zusammen. Da der Verbraucher zudem kaum einen zusätzlichen Nutzen erkenne, frage er sich: "Warum klemmt sich der Staat so dahinter?"

Um den Mangel an Vertrauen zu beheben, sollte die Software zur Identifizierung bei Online-Shops oder Behörden im Internet möglichst ansprechend gestaltet werden, empfahl der Wissenschaftler. Für das Bundesinnenministerium sagte Ministerialrat Andreas Reisen, jetzt gehe es darum, "in den nächsten Wochen die Nutzungspotenziale transparent zu machen". Wenn dies gelinge, sei er überzeugt, "dass der Personalausweis ein großer Erfolg wird".

Zusammen mit Experten seines Hasso-Plattner-Instituts untersuchte Meinel die bisherige Testversion der "AusweisApp", also das Computerprogramm, das für den Identitätsnachweis im Internet eingesetzt werden soll. Allein für die Installation habe ein Tester 36 Minuten benötigt, sagte Institutsleiter Meinel. Die Bedienung der Software sei "kaum intuitiv". Der Informatiker schlug vor: "Das könnte man durch die Gestaltung der Oberflächen verändern" - und fügte hinzu: "wie man es gewohnt ist von vernünftigen Programmen".

Mit Blick auf die Akzeptanz - also die Frage, inwieweit der neue Ausweis von den Bürgern akzeptiert wird - regte Meinel unter anderem eine "Vorratsdatenspeicherung rückwärts" an, eine Aufstellung aller Internet-Dienste, die Ausweisdaten abgerufen haben. Es sollte auch möglich sein, diese Daten zurückfordern zu können, sagte Meinel.

Entwickelt wird die AusweisApp von der Berliner Software-Firma OpenLimit. Ein Sprecher sagte dazu auf der Konferenz in Berlin: "Für uns markiert der 1.11. nicht das Ende des Projekts, sondern den Beginn der Weiterentwicklung für diese Plattform." Auch Ministerialrat Reisen räumte ein: "Wir haben hier noch einige Dinge vor uns."

Im Mittelpunkt von vier wissenschaftlichen Studien im Auftrag des Bundesinnenministeriums stand aber die Frage der Sicherheit - nach Demonstrationen des Chaos Computer Clubs (CCC) zu möglichen Angriffsszenarien. Dabei wird heftig über die Kartenleser debattiert, wie die Studien gezeigt haben (wir berichteten).



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