
Ulrich Klein, mit Material der dpa
Extremisten schüren Hass im Internet - Hass-Seiten nehmen zu
Extremisten schüren nach Ansicht von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) zunehmend Hass im Internet. Besonders Neonazis und Islamisten könnten sich im "World Wide Web" beinahe ungehindert austauschen und darstellen. "Mit dem Internet ist ein neuer Raum der Freiheit entstanden", sagte Zypries bei einer Konferenz am Donnerstag in Berlin. Die größten Vorteile des Netzes würden jedoch zugleich seine größten Gefahren begründen. Durch die hohe Anonymität und niedrige Kosten des Mediums lasse sich "Cyber Hate" leicht verbreiten.
Um europäisches Recht zu umgehen, das solche Seiten verbietet, wählten die Extremisten oftmals Anbieter in anderen Ländern. Insgesamt gibt es immer mehr Hass-Seiten. Die Initiative jugendschutz.net zählte im Jahr 2007 rund 1.600 deutschsprachige Internetseiten mit rechtsradikalem Inhalt - ein Jahr zuvor waren es noch etwa 1400 gewesen. Extremisten seien außerdem bei sozialen Netzwerken wie Facebook und auch Videoportalen wie youtube zunehmend aktiv, sagte der Projektleiter von jugendschutz.net, Stefan Glaser.
Die Ministerin plädierte für ein aktiveres Handeln von Behörden und Nutzern - auch über staatliche Grenzen hinweg. "Wenn wir es nicht schaffen, die Zivilgesellschaft in den Kampf gegen den Hass im Internet mit einzubeziehen, dann werden wir scheitern", sagte Zypries.
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