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7. Februar 2012
Rechtsstreit: Für SAP geht Datenklau-Ärger weiter: Oracle will neues Verfahren Bild vergrößern 476 305 http://img3.magnus.de/SAP-Business-Software-Solutions-Applications-and-Services-r476x305-C-2d21db79-52159786.jpg © SAP
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Rechtsstreit

Für SAP geht Datenklau-Ärger weiter: Oracle will neues Verfahren

Der Rechtsstreit zwischen den Softwarekonzernen SAP und Oracle geht jetzt doch in eine neue Runde. Die Deutschen sollen wegen Datenklaus Millionen zahlen, die Amerikaner verlangen aber Milliarden und bleiben bei ihrer harten Linie.

Ein sieben Jahre zurückliegender Datenklau bereitet dem deutschen Softwarekonzern SAP noch immer Ärger in Amerika. Dem geschädigten US-Erzrivalen Oracle sind die als Schadenersatz zugebilligten 272 Millionen US-Dollar (208 Mio Euro) zu wenig. "Oracle hat keine andere Wahl, als das Verfahren neu aufzurollen", erklärten die Anwälte des Unternehmens in einem Schreiben an das zuständige Gericht im kalifornischen Oakland.

"Wir bedauern, dass Oracle die Chance nicht genutzt hat, zu einer fairen Lösung der Angelegenheit zu kommen", erwiderte ein SAP-Sprecher am Dienstag am Firmensitz in Walldorf. "Wir werden weiterhin alles daran setzen, den Rechtsstreit zu einem vernünftigen Ende zu bringen."

SAP hat die Verfehlungen längst eingestanden und sich auch öffentlich entschuldigt. Die Deutschen sind zudem grundsätzlich bereit, dem US-Erzrivalen den Schaden zu ersetzen. Doch scheiden sich die Geister an der Höhe der gerechten Wiedergutmachung: SAP bietet Millionen, Oracle verlangt Milliarden.

Die Verfehlungen liegen Jahre zurück. Die Mitarbeiter der 2005 übernommenen und mittlerweile geschlossenen SAP-Tochterfirma TomorrowNow hatten im großem Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen. Die Staatsanwaltschaft von San Francisco kam bei ihren Ermittlungen auf mindestens 6.249 Fälle und brummte SAP eine Strafe von 20 Millionen US-Dollar auf.

Parallel läuft seit 2007 das Zivilverfahren, in dem Oracle auf Wiedergutmachung pocht. Erst schienen die Amerikaner mit ihrer hohen Forderung auch durchzukommen: Eine Jury sprach dem vom streitbaren Lebemann Larry Ellison geführten Konzern 1,3 Milliarden US-Dollar zu. Richterin Phyllis Hamilton empfand den Betrag jedoch als "extrem übertrieben" und stutzte ihn auf 272 Millionen US-Dollar zurecht. Alternativ könne Oracle ein neues Verfahren anstreben, entschied sie.

Das war im September vergangenen Jahres. Oracle hat sich nach monatelanger Bedenkzeit nun endgültig dafür entschieden, abermals vor Gericht zu ziehen. Gründe führten die Amerikaner nicht an. Auffällig ist aber, dass es SAP gerade besonders gut geht. 2011 war das beste Jahr der Firmengeschichte. Dagegen lief das Geschäft des erfolgsverwöhnten Oracle-Konzerns zuletzt schleppender.

Die beiden Unternehmen sind sich spinnefeind, nicht erst seit dem Datenklau. SAP ist der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware. Damit regeln Firmen etwa die Buchhaltung oder die Kundenverwaltung. Oracle dagegen ist führend bei Datenbanken, drängt aber immer mehr in das angestammte Feld von SAP. Konzernchef Ellison gab in den vergangenen Jahren dutzende Milliarden US-Dollar für Zukäufe aus und steht nun unter Erfolgsdruck.



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