
Ottfried Schmidt
GEMA-Streit: roccatune sperrt YouTube-Videos
Da die Verhandlungen zwischen GEMA und YouTube bisher zu keinem konstruktiven Ergebnis geführt haben, hat roccatune sämtliche Videos von YouTube aus der kostenlosen Musikplattform bis auf Weiteres entfernt.
Constantin Thyssen, Gründer und Geschäftsführer von roccatune: „Wir beziehen mit diesem Schritt keine Position in dem Streit bzw. den Verhandlungen zwischen GEMA und YouTube. Jedoch mussten wir feststellen, dass bis zuletzt Videos bei YouTube angeboten wurden, in denen urheberrechtlich geschützte Musik enthalten ist. Zudem wurden wir von einem Major-Label darauf aufmerksam gemacht, dass auch deren Musik über die YouTube-Schnittstellen bei roccatune verfügbar waren, obwohl dieses Label YouTube bisher nicht die entsprechenden Rechte eingeräumt hat.“
roccatune ist ein werbefinanziertes und für Nutzer kostenloses Musikportal. Über eine spezielle Schnittstelle von YouTube konnten Videos in einzelne Seiten von roccatune integriert werden. YouTube sichert den Nutzern dieser Schnittstelle zu, dass die angebotenen Inhalte durch die jeweiligen Rechteinhaber lizenziert worden sind.
Thyssen bedauert: „Durch diesen Schritt verlieren wir leider ein beliebtes Tool. Gleichwohl aber wird der Betrieb von roccatune primär durch die Lizenzen der Labels und Verwertungsgesellschaften ermöglicht. Vor diesem Hintergrund können wir keine Auswertung unterstützen, für die keine ordentlichen Verträge existieren. Die deutlich erkennbare Legalität war immer unsere oberste Maxime - und wird es auch weiterhin bleiben.“
roccatune bietet seinen Nutzern die Möglichkeit einzelne Lieder und komplette Alben beliebig oft kostenlos anzuhören. Das Abspeichern einzelner Titel in beliebig (viele) Playlisten und das Speichern ganzer Alben in den persönlichen Profilbereich ist ebenfalls möglich. Das gesamte Angebot wird über Werbebuchungen finanziert.
„Bei all den Diskussionen, die derzeit geführt werden, möchten wir aufzeigen, dass werbefinanzierte Angebote sehr wohl funktionieren können – auch wenn es derzeit nicht leicht ist. Im Rahmen der Lizenzverhandlungen mussten wir unser Modell immer wieder überdenken und kontinuierlich anpassen. Die Finanzierung ausschließlich über Banner-Werbung ist dabei aus unserer Sicht nicht möglich, es bedarf eines deutlich komplexeren Modells, bestehend aus vielen verschiedenen Werbeformen und auch E-Commerce“, erklärt Thyssen. „Wir sind fest davon überzeugt, dass werbefinanzierte Dienste mit Premium-Content eine wichtige Säule im digitalen Musikgeschäft darstellen werden. Wichtig ist allerdings, dass Vermarkter die Werbeflächen bei solchen Diensten mit den entsprechenden Preisen bei Werbetreibenden positionieren.“
Gerade die aktuelle Krise birgt Gefahren, dass Werbebudgets künftig knapper bemessen werden als in der Vergangenheit. „Das könnte natürlich dazu führen, dass auch solche Vereinbarungen, wie wir sie mit unseren Partnern getroffen haben, neu diskutiert werden müssten – insbesondere wenn diese auch in Zukunft an entsprechenden Modellen partizipieren möchten. Bisher aber sind wir mit roccatune erfolgreich, eben weil wir die Unterstützung der Labels und Künstler haben. Dieser gegenseitige Respekt ist das Fundament für kostenlose, legale Musikdienste.“
Über roccatune
roccatune ist ein kostenloses, vollinteraktives und legales Musikportal, über das sich gut zwei Millionen Songs in bester Qualität einzeln und in voller Länge abspielen lassen. Nutzer können unbegrenzt viele eigene Playlisten erstellen und diese von jedem Computer mit Internet-Anschluss in ganz Deutschland abrufen. Neben einzelnen Liedern werden auch ganze Alben zur kostenlosen Nutzung angeboten. roccatune benötigt keine Software, die man sich runterladen muss, sondern kann direkt über den Web-Browser bedient werden. Die Major-Labels Sony BMG, EMI Music sowie Warner Music haben ihren kompletten Katalog ebenso an roccatune lizenziert wie die Content Aggregatoren Kontor New Media, MTunes, finetunes und viele weitere Labels.
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