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Newsredaktion Golem

3. März 2009
Sonstiges:Wirtschaft

Gewerkschaften für Bündnis gegen Entlassungen in IT-Branche

Die Gewerkschaften IG Metall und Verdi haben den Arbeitgebern in der IT-Industrie ein Programm gegen Entlassungen vorgeschlagen. Die Firmen sollten Kurzarbeit nutzen und mit Qualifizierung verbinden, um Entlassungen zu vermeiden. Das Geschrei nach Fachkräften gehe nach der Krise sonst "wieder von vorne los", sagte Verdi-Vorstand Lothar Schröder.

Mit einem Sechs-Punkte-Programm zur Beschäftigungssicherung wollen die beiden Gewerkschaften IG Metall und Verdi in der Weltwirtschaftskrise einen Stellenabbau in der IT-Branche verhindern. "Keine Entlassungen in 2009 muss das beschäftigungspolitische Leitmotiv der IT-Industrie sein", so Helga Schwitzer, Vorstand der IG Metall, in Hannover auf der Cebit.

Wenn IT-Unternehmen ihre Beschäftigten nicht mit Kurzarbeit und flexibler Arbeitszeit an Bord hielten, droht bald ein noch größerer Mangel an qualifizierten Fachleuten als die gegenwärtig 45.000 offenen, nicht zu besetzenden Stellen. Darum seien jetzt intelligente Lösungen gefordert. "Das Geschrei nach Fachkräften geht nach der Krise wieder von vorne los", sagte Verdi-Vorstand Lothar Schröder.

Laut Sechs-Punkte-Programm sollten auch die IT-Betriebe die verbesserten Regelungen zur Kurzarbeit nutzen und mit Qualifizierung verbinden. Bei Kurzarbeit wird der Verdienstausfall vom Staat durch Zahlung von Kurzarbeitergeld in bestimmter Höhe ausgeglichen. Weiter müssten Leiharbeitnehmer besser geschützt und in einsatzfreien Zeiten nicht entlassen werden. Die Weiterbildung, speziell älterer IT-Profis, sollte verstärkt und die Zahl der Ausbildungsplätze angehoben werden. Aus der dualen IT-Berufsausbildung gingen zahlenmäßig mehr Absolventen als aus dem IT-Studium hervor, rechnen die Arbeitnehmerorganisationen weiter vor. Die Unternehmen sollten deshalb mehr Menschen ausbilden und unbefristet übernehmen.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise halten sich für die IT-Industrie zudem bislang in Grenzen, hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die der Bitkom vorgelegt hat. Danach spüren 55 Prozent der befragten Unternehmen bisher keine direkten Auswirkungen der Krise auf ihr Geschäft. Die übrigen verzeichnen weniger Umsatz oder weniger neue Aufträge als erwartet. Der Verband bestätigt kurz vor der Cebit erneut seine Umsatzprognose für das Jahr 2009. Der deutsche Gesamtmarkt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik werde auf dem Vorjahresniveau von rund 145 Milliarden Euro verharren. Angesichts der unsicheren Wirtschaftslage müsse die Prognose nach Ende der Cebit und dem Abschluss des ersten Quartals aber erneut überprüft werden.

BitKom (.org)

Golem

IG Metall

Verdi



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