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Alexander Rösch, mit Material der  dpa

8. Oktober 2009
Deutsche Kindle-Käufer zahlen drauf: [Hintergrund] Amazon Kindle: E-Books in Deutschland deutlich teurer Bild vergrößern 390 267 http://img3.magnus.de/Amazon-eReader-eBook-Kindle-E-Reader-E-Book-Aufmacher-r390x267-C-ff402991-8321510.jpg
Deutsche Kindle-Käufer zahlen drauf

[Hintergrund] Amazon Kindle: E-Books in Deutschland deutlich teurer

Der Online-Einzelhändler Amazon.com wird sein Kindle-Lesegerät für elektronische Bücher künftig auch außerhalb der USA anbieten. "Kindle kann nun auch in Deutschland und in über 100 Ländern in aller Welt gekauft werden", sagte Amazon-Chef Jeff Bezos am Mittwoch. Das E-Book-Angebot von Amazon.com umfasst derzeit jedoch nur englischsprachige Titel. "Unsere Vision ist es aber, irgendwann jedes Buch in jeder Sprache liefern zu können", betonte Bezos.

Der Kindle kann von sofort an online für 279 US-Dollar im US-Portal von Amazon.com vorbestellt werden. Beim Import aus den USA fallen weitere Kosten für den Versand und eventuell beim Zoll an. Unter dem Strich müssen Käufer mit rund 350 Euro rechnen. Das Gerät soll direkt nach der Frankfurter Buchmesse am 19. Oktober ausgeliefert werden. Zu den deutschsprachigen Inhalten, die man bei Amazon.com für den Kindle kaufen kann, gehören die elektronischen Ausgaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" und der "Wirtschaftswoche". Über den deutschen Amazon-Shop ist eine Bestellung derzeit nicht möglich. Zu allem Überfluss wird auch beim internationalen Gerät ausschließlich ein Netzteil für US-Steckdosen mitgeliefert.

Verdeckter Aufschlag: Bücher und Zeitungen in Europa deutlich teurer

"Wir haben Millionen von Kunden in aller Welt, die englischsprachige Bücher lesen", sagte Bezos. Mit dem Kindle könne man ein Buch in weniger als einer Minute über ein 3G-Mobilfunknetz (UMTS) herunterladen. Das internationale "Amazon Whispernet" wird vom US-Telekomkonzern AT&T betrieben. Der Telefonriese kümmert sich dann in den jeweiligen Ländern um die lokalen Roaming-Partner. Die Gebühren für die Nutzung des Netzes sind auch in Deutschland in den E-Book-Preisen eingeschlossen.

"Unsere Kunden haben keine Wireless-Roaming-Gebühren, brauchen keinen Hotspot zu suchen und müssen keinen Vertrag abschließen", sagte eine Amazon-Sprecherin in München. Das ist freilich nur die halbe Wahrheit. Während amerikanische Kunden beispielsweise für ein Monatsabonnement der "New York Times" knapp 10 US-Dollar zahlen, werden europäischen Lesern 28 US-Dollar berechnet, aktuelle Bestseller kosten 12 statt 10 US-Dollar. Die Roaminggebühren werden also auf die Endpreise aufgeschlagen, zudem ist die internationale Kindle-Variante bei der Anschaffung 20 Dollar teurer als sein US-Pendant.

Kunden dürfen auf fallende Buchpreise hoffen

Bei Amazon.com kosten die digitalen Bücher der Verlage wie Bloomsbury, Canongate, Hachette, HarperCollins, Lonely Planet, Penguin, Profile Books, Quercus, Simon & Schuster und Wiley trotzdem zum Teil deutlich weniger als die gedruckten Hardcover-Ausgaben. So sind die Titel auf der Bestseller-Liste der "New York Times" für knapp 12 US-Dollar zu haben, während das Hardcover in der Regel 20 US-Dollar oder mehr kostet.

Auf der Buchmesse in Frankfurt dürften der Einstieg von Amazon in den internationalen E-Book-Markt und die Lizenzierung von Titeln in deutscher Sprache ein wichtiges Thema werden. Zwar spielen E-Books selbst in den USA beim Buchabsatz noch eine untergeordnete Rolle. Allerdings verkaufte sich der Bestseller "The Lost Symbol" (Das verlorene Symbol) von Dan Brown bei Amazon.com als E-Book besser als die fast doppelt so teure Hardcover-Version. "Für Bücher, die wir auf Papier und digital vertreiben, kommt durchschnittlich auf zwei gedruckte Bücher ein E-Book", sagte Bezos.

E-Book-Reader
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Laut Medienberichten plant Amazon.com, in diesem Jahr insgesamt 800.000 Lesegeräte abzusetzen. Bezos nannte am Mittwoch auch auf Nachfrage keine Absatzzahlen. Amazon konkurriert in Deutschland im noch überschaubaren E-Book-Markt vor allem mit Sony. Der Sony-Reader wird über die Filialen der Buchhandelskette Thalia in Kooperation mit dem Buchhandels-Grossisten Libri vertrieben. Auf der Buchmesse in Frankfurt wird auch das Berliner Startup-Unternehmen txtr seine E-Book-Lösung vorstellen.



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