
Infineon will auch mit Zukäufen wachsen
Der Halbleiterkonzern Infineon hat nach dem Verkauf seiner Produktion von Chips für mobile Geräte keine konkreten Pläne für Übernahmen, will aber künftig auch durch Zukäufe wachsen. "Akquisitionen gehören eindeutig zu unserer Strategie. Sie sind neben organischem Wachstum ein bedeutendes Element", sagte Vorstandschef Peter Bauer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).
Aktuell gebe es aber kein Projekt "in der Pipeline", auch sei das Preisniveau am Markt im Moment sehr hoch. "Wir schauen uns um, ob es kleine, mittlere oder große Übernahmekandidaten gibt." Eine Firma müsse verschiedene Kriterien erfüllen, für die Infineon-Aktionäre wertsteigernd sein und vor allem auch verfügbar sein. "Derzeit ist das eher schwierig", sagte Bauer.
Der Verkauf des Geschäftsbereichs der Handy-Chips an den US-Branchenriesen Intel werde dem Münchner Dax-Unternehmen einen außerordentlichen Gewinn in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags einbringen. An eine Sonderausschüttung an die Aktionäre denke das Unternehmen aber nicht, auch ein Rückkauf eigener Aktien sei nicht geplant. Der Aufsichtsrat werde im November darüber beraten, ob das Geld für eine Dividende genutzt werde.
Allerdings sei in der Branche eine vernünftige Netto-Liquidität wichtig, sagte Bauer. "So sind wir in der Lage, auch in einem konjunkturellen Tal investieren zu können, wie es andere Wettbewerber in der vergangenen Krise gemacht haben." Infineon hatte in der vergangenen Woche den Verkauf der Sparte Wireless Solutions (WLS) an Intel bekanntgeben.
Der US-Konzern zahlt rund 1,1 Milliarden Euro für das Geschäft. Über den Verkauf war bereits seit Monaten spekuliert worden. Nach Worten Bauers hat es bereits vor zwei Jahren erste Kontakte zu den Amerikanern gegeben. Weitere größere Verkäufe soll es nicht geben. "Unser Portfolio stimmt", sagte Bauer.
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