
Ulrich Klein
Internet-Experten beraten über neuen Internet-Standard
Über die Einführung neuer Datenverkehrsregeln fürs Internet der nächsten Generation berät heute in Potsdam der deutsche IPv6-Rat. Nach Angaben von EU-Kommissarin Viviane Redings sind derzeit weltweit nur noch 12 Prozent der Netzanschlussnummern - so genannte IP-Adressen - verfügbar. Der neue Internet-Standard soll einen praktisch unerschöpflichen Adressraum schaffen.
Das Verbandsgremium aus Internetexperten in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik will auf dem heutigen Gipfeltreffen am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) einen entsprechenden "Nationalen Aktionsplan" für den deutschen Umstieg auf den international bereits verabschiedeten neuen Netzstandard beschließen. An den Potsdamer Beratungen nimmt laut Hasso-Plattner-Institut auch der amerikanische Internetpionier Dr. Robert E. Kahn (70) teil, neben Vint Cerf (65) einer der beiden "Väter" des Internet. Die Bundesregierung ist mit Staatssekretär Dr. Hans Bernhard Beus, dem Bundesbauftragten für Informationstechnik, auf dem zweiten deutschen IPv6-Gipfel in Potsdam vertreten. Mehr als 80 Teilnehmer haben sich angesagt.
Hintergrund Deutscher IPv6-Rat
Der 2007 von HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel ins Leben gerufene Deutsche IPv6-Rat ist der deutsche Landesverband des internationalen IPv6-Forums, dem mehr als 50 nationale Gremien angehören. Ziel ist es, alle nationalen Akteure aus Industrie, Forschung, Politik und Verwaltung, die mit den verbesserten technischen Regeln für die Datenübermittlung im Internet nächsten Generation befasst sind, zu vereinen und die Einführung des neuen Internet-Protokolls voranzutreiben. Dies soll durch die Sensibilisierung von Endnutzern und Industrie für ein ausgereiftes und sicheres Internet sowie durch Verbesserungen in Technik und Vermarktung erreicht werden. Dem Gremium gehören nunmehr 16 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an.
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