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Newsredaktion Golem

27. November 2007
Standorterkennung und drahtlose Überweisung

KenBuster bezahlt Straßenmaut

Wer im Zentrum Londons Auto fährt, muss eine Straßenmaut bezahlen. Ein findiger Autofahrer hat ein Gerät entwickelt, das den Standort eines Fahrzeugs erkennt und automatisch die Zahlung veranlasst.

Rote Schilder mit einem weißen "C" weisen in London darauf hin, dass ein Fahrer gerade in die sogenannte "Congestion Charging Zone" (zu Deutsch etwa: Staugebühren-Zone) einfährt. Die umfasst die Innenstadtbezirke der britischen Hauptstadt, die unter chronisch verstopften Straßen leiden. Wer dort nicht auf umweltschonende und platzsparende Fortbewegungsmittel, etwa das Fahrrad, die U-Bahn oder die eigenen Füße umsteigt, muss für die Durchfahrt 8 Pfund (umgerechnet etwa 11 Euro) zahlen. Das geht praktischerweise auch über das Mobiltelefon.

Doch auch wenn die Maut nur eine SMS entfernt ist, vergisst etwa jeder 20. Fahrer, die Transitgebühr zu bezahlen. Das sind rund 4.500 Fahrer jeden Tag. Ein teures Vergnügen: Ist die Maut bis 22 Uhr nicht bezahlt, steigt sie auf 10 Pfund (etwa 14 Euro). Nach Mitternacht wird aus der Maut ein Bußgeld von 50 Pfund, das nach zwei Wochen auf 100 Pfund und nach vier Wochen auf 150 Pfund steigt. Ein Entkommen ist kaum möglich: Die Zone wird von 230 Kameras überwacht, die mit einer Nummerschilderkennung gekoppelt sind.

Schlecht, wenn man nach einem unbezahlten Transit länger weg ist. Genau das aber passierte Matthew McCluskey Anfang letzten Jahres. "Ich war auf dem Weg zum Flughafen, und weil ich mich natürlich auf den Urlaub freute, war ich so aufgeregt, dass ich glatt vergaß, die Gebühr zu bezahlen." Als er nach Hause kam, erwartete ihn deshalb eine teure Überraschung.

Das sollte ihm nicht noch einmal passieren. Also entwickelte McCluskey den KenBuster, ein Gerät, etwa so groß wie ein Mobiltelefon, das automatisch die Gebühr bezahlt, wenn sein Erfinder in die C-Zone einfährt. Ein eingebautes GPS-Modul erkennt, wann es so weit ist. Die Zahlung wird dann drahtlos per GPRS veranlasst. Seine Energie erhält der KenBuster aus dem Zigarettenanzünder.

Das Gerät kann über das Internet bestellt werden und kostet 50 Pfund und 8 Pfund im Monat. Ein lebenslanges Abo kostet einmalig 200 Pfund.

KenBuster (.uk)

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