
Pit Klein
"Safer Internet Day 2010": Irgendwie wollen alle Daten schützen
Angesichts des "Safer Internet Day 2010" (Dienstag) wollen alle möglichen Unternehmen und Institutionen persönliche Daten schützen - irgendwie.
Millionen Deutsche knüpfen Kontakte und pflegen Freundschaften über das Internet. Doch wer in studiVZ, Xing, Facebook & Co. persönliche Informationen über Hobbys, die Familienverhältnisse oder den beruflichen Werdegang veröffentlichen will, sollte sich auch über die möglichen Gefahren bewusst sein. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt Tipps, wie Soziale Netzwerke sicher genutzt werden können.
Auf der Webseite www.bsi-fuer-buerger.de klärt das BSI ab dem 9. Februar in einem Brennpunkt über die Gefahren von sozialen Netzwerken auf. In zehn Tipps haben die Experten die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen für Nutzer zusammengefasst:
1. Seien Sie zurückhaltend mit der Preisgabe persönlicher Informationen!
2. Erkundigen Sie sich über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Bestimmungen zum Datenschutz des genutzten sozialen Netzwerks!
3. Seien Sie wählerisch bei Kontaktanfragen – Kriminelle "sammeln" Freunde, um Personen zu schaden!
4. Melden Sie "Cyberstalker", die Sie unaufgefordert und dauerhaft über das soziale Netzwerk kontaktieren!
5. Verwenden Sie für jede Internetanwendung, insbesondere auch wenn Sie in verschiedenen sozialen Netzwerken angemeldet sind, ein unterschiedliches und sicheres Passwort!
6. Geben Sie keine vertraulichen Informationen über Ihren Arbeitgeber und Ihre Arbeit preis!
7. Prüfen Sie kritisch, welche Rechte Sie den Betreibern sozialer Netzwerke an den von Ihnen eingestellten Bildern, Texten und Informationen einräumen!
8. Wenn Sie "zweifelhafte" Anfragen von Bekannten erhalten, erkundigen Sie sich außerhalb sozialer Netzwerke nach der Vertrauenswürdigkeit dieser Nachricht!
9. Klicken Sie nicht wahllos auf Links – Soziale Netzwerke werden verstärkt dazu genutzt, um Phishing zu betreiben!
10. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über deren Aktivitäten in sozialen Netzwerken und klären Sie sie über die Gefahren auf!
Verbraucherschützer: Mein Geld kriegt ihr nicht
Wer Daten klaut, will sie zu Geld machen, darauf wiesen unterdessen Verbraucherschützer in Hamburg hin. Daten würden nicht gesammelt, um sie in "Alben zu kleben oder einzurahmen", sondern um Verbraucher gezielt mit Werbung anzusprechen. Telefonnummern werden für illegale Werbeanrufe verwendet. Kontodaten werden missbraucht, um in krimineller Weise Geld von fremden Konten einzuziehen.
Wer gegen Datenmissbrauch vorgehen wolle, müsse der Spur des Geldes folgen: Jede Maßnahme, die dazu beitrage, dass den Datengaunern das Geschäft vermiest wirke besser als der Appell an die Verbraucher, sparsam mit ihren Daten umzugehen, urteilten die Verbraucherschützer. Deshalb würden seit einiger Zeit Listen im Internet mit den Namen der Datenklau-Profiteure veröffentlicht - auch an dieser Stelle (Unseriöse Nebenjobs). Tipps gegen Online-Abofallen gibt es hier.
Datenaffäre bei AWD - schülerVZ-Kompetenzteam
Fast pünktlich zum Tag des sicheren Internet platzte am Montag die Meldung, dass rund 12.000 Datensätze des Finanzdienstleisters AWD kursieren (wir berichteten). Diese sollen sowohl persönliche Details über Kundenverträge als auch Angaben über ehemalige und noch aktive AWD-Mitarbeiter enthalten - außerdem Kontoverbindungen. AWD glaubt, dass es keinen unberechtigten Datenzugriff gegeben hat. Die Daten seien veraltet und offenbar mit krimineller Energie weitergegeben worden, hieß es in einer Stellungnahme.
Besserung geloben indes die VZ-Netzwerke - zuletzt durch ein besonders großes Datenleck und einen damit zusammenhängender Selbstmord eines Hackers unangenehm in der Öffentlichkeit aufgefallen.
In regelmäßigen Abständen will ein "schülerVZ-Kompetenzteam" in Zukunft Schulklassen direkt vor Ort aufsuchen und über Chancen und Risiken sowie den sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken aufklären. Den Auftakt macht zum "Safer Internet Day 2010" ein Gymnasium in Oberhausen. An dieser Stelle können Bewerbungen abgegeben werden. SchülerVZ bietet zusätzlich Skype-Video-Konferenzen an. Die Plattform gehört wie StudiVZ zum Holtzbrinck-Verlag.
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