
Ulrich Klein, mit Material der dpa
Schadstoff-Produzenten im Netz geoutet - Internetseite legt Zeugnis ab
Die Bundesbürger können sich künftig im Internet informieren, wieviel Schadstoffe die Industriebetriebe in ihrer direkten Nachbarschaft ausstoßen. Dazu wurde das offizielle Webportal www.prtr.bund.de am Mittwoch in Berlin freigeschaltet. "Nie war der Blick hinter die Werkstore einfacher als heute", versicherte Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD).
Bestimmte Unternehmen wie Chemiebetriebe, Stromerzeuger und große Kläranlagen sind verpflichtet, im nationalen Schadstoffregister jedes Jahr ihre aktuellen Daten zu veröffentlichen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA), das das Portal betreibt, sind davon bundesweit mehr als 4000 Betriebe betroffen. Sie informieren künftig detailliert über ihren Schadstoffausstoß und über den Verbleib ihrer Abwasser und Abfälle. Über den Wahrheitsgehalt der übermittelten Daten wachen die zuständigen Landesbehörden.
Das ganze Projekt beruhe dabei auf Open Source und stehe unter der offenen GPL (GNU General Public License), sagte Peter Stamm vom Bonner Unternehmen WhereGroup, das das Internetportal im Auftrag des UBA entwickelt hat. Das zeigt sich auch am Kartendienst, den das Schadstoffregister nutzt: Die Emissionsdaten werden auf Karten dargestellt, die von dem freien Kartographierungsprojekt OpenStreetMap stammen. Es sei das erste Mal, dass eine oberste Bundesbehörde OSM-Karten so prominent einsetze, so Stamm.
Der Kartendienst sei dabei nach den Vorgaben des Open Geospatial Consortiums (OGC) gestaltet. Das erlaube es beispielsweise, dass das UBA Daten von den Geoportalen der Bundesländer in sein Angebot einbinde.
Hintergrund ist ein Abkommen aus dem Jahr 2003, in dem sich 36 Staaten zur Einrichtung eines Schadstofffreisetzungs- und - verbringungsregisters (PRTR - Pollutant Release and Transfer Register) verpflichtet hatten. Neben dem deutschen Informationsportal soll voraussichtlich noch in diesem Jahr auch ein europaweites Register freigeschaltet werden.
Über das Online-Schadstoffregister können Bürger die Emissionen in ihrer Nähe abrufen.
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