
Ulrich Klein, mit Material der dpa
Twitter: Geheimdienst-Chef von Frau enttarnt
Von früheren britischen Geheimdienstchefs gab es aus Sicherheitsgründen meist nicht einmal Foto, doch über den künftigen MI6-Chef John Sawers konnten Millionen Nutzer der Internet- Plattforn Facebook persönlichste Details erfahren. So waren Informationen über seine Familie und die Lage ihrer Wohnung im Internet nachzulesen, wie die britische Zeitung "Mail on Sunday" berichtete.
Die Opposition sah die Sicherheit des künftigen MI6-Chefs gefährdet, der unter anderem für den Kampf gegen Terrorgefahren aus dem Ausland zuständig ist. Außenminister David Miliband sah in den Veröffentlichung hingegen keinen Bruch der Sicherheitsbestimmungen. «Wir wissen jetzt, dass er eine Speedo-Badehose trägt. Das ist kein Staatsgeheimnis», sagte Miliband mit Blick auf ein von der «Mail» veröffentlichtes Bild, das Sawers beim Badeurlaub zeigt.
Allerdings waren bei Facebook laut "Mail" auch Informationen des Paars über Freundschaften zu hochrangigen Diplomaten nachzulesen. Hinzu kamen Details über die Lage ihrer Londoner Wohnung und zu ihren drei erwachsenen Kindern. Wie die Zeitung weiter berichtete, hätten 200 Millionen Facebook-Nutzer Zugriff zu den Informationen gehabt.
Immer mehr Politiker stolpern über Twitter
Erst Ende Juni hatte sich der britische Außenminister in Zusammenhang mit dem Kurznachrichtendienst Twitter unverschuldet in die Schlagzeilen gebracht. Anders als von Medien verbreitet - hatte sich der Politiker nicht auf der Internetplattform Twitter zum Tod von Michael Jackson geäußert. Der Identätsdiebstahl hat das Außenministerium am Freitag zu einer Richtigstellung genötigt (magnus.de berichtete).
Das Twitter-Phänomen ist dabei nicht auf England beschränkt. Auch in Deutschland sorgt Twitter unter Politikern für Unmut. Ende Mai dachte die Partei SPD öffentlich über ein Twitter-Verbot aus Fraktionssitzungen heraus nach. Schuld daran war das Bundestagsmitglied Gabriele Hiller-Ohm, die letzten Dienstag aus einer nicht-öffentlichen Fraktionssitzung heraus getwittert hatte. SPD-Geschäftsführer Thomas Oppermann erklärte daraufhin gegenüber BILD.de: "Wir müssen das in Zukunft verhindern, jetzt schauen, wie wir das umsetzen können." (magnus.de berichtete)
Die Twitter-Affäre der SPD schlägt hohe Online-Wellen.
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