
Pit Klein, mit Material der dpa
[Update] Google-Blockade: China fast unschuldig - technische Umstellung
Die Nichtverfügbarkeit der Suchmaschine Google in weiten Teilen Chinas ist höchstwahrscheinlich auf eine technischen Umstellung seitens des US-Internetkonzerns und der "Great Firewall" im Reich der Mitte zurückzuführen.
Vielen Nutzern in China sei es nicht möglich gewesen, Internetsuchen über die Hongkonger Google-Seite durchzuführen, teilte Google am Dienstag mit. "Diese Blockade scheint durch eine Umstellung auf Seiten Googles verursacht worden zu sein", hieß es in der Mitteilung weiter. Man arbeite an der Lösung des Problems. Zuvor hatten US- Medien berichtet, dass die Regierung in Peking den Zugang zur Google-Suche von China aus nun offenbar endgültig blockiere.
Auslöser soll jedoch die Zeichenfolge "gs_rfai" in den URLs der Google-Ergebnisse sein. Diese würde von der chinesischen Internetzensur - der sogenannten "Great Firewall" - offensichtlich als Abkürzung für Radio Free Asia interpretiert, was zu einer Blockade der Ergebnisseiten führe. Der von den USA finanzierte Radiosender, der Programme in ganz Zentral- und Südostasien ausstrahlt, wird von der Regierung in Peking ebenfalls nach Kräften blockiert.
Google hatte Anfang des Jahres angekündigt, die staatlich verordnete Zensur seiner chinesischen Suchmaschine beenden zu wollen. Seit einer Woche werden die Suchanfragen aus China auf die Google- Seite in Hongkong umgeleitet, um so der Zensur ein Stück weit zu entgehen.
Die Chinesen können über die Hongkonger Seite zwar Treffer zu kritischen Inhalten sehen, doch die Webseiten selbst sind weiterhin gesperrt. Auch Googles Videoportal Youtube funktioniert in China nicht, genauso wie der Blogger-Dienst. Die Abschaltung der mobilen Dienste war erwartet worden. Der Handyhersteller Motorola hatte kürzlich angekündigt, seine neuen Smartphones für den chinesischen Markt mit der Suchmaschine Bing von Microsoft auszustatten.
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