
Ulrich Klein
[Update] Internet-Kondome schützen: Experten warnen vor Online-Verkehr
Der Branchenverband Bitkom und das Bundeskriminalamt (BKA) haben am Donnerstag in Berlin vor immer professionelleren Betrugsmethoden im Internet gewarnt.
"Mehr denn je müssen sich PC-Nutzer auf dem Laufenden halten, wie sie sich vor Kriminellen schützen können", unkte Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempfes. Der Verband und das BKA haben dazu gemeinsam die wichtigsten Empfehlungen zur Vorbeugung zusammengestellt. BKA-Präsident Jörg Ziercke warnte bei der Gelegenheit: "Internet-User müssen wissen, dass die Straftäter von heute das Internet zunehmend als Tatmittel nutzen und sich dabei den oftmals sorglosen Umgang mit persönlichen Daten sowie die Möglichkeiten moderner Schadsoftware zunutze machen."
Viren und andere Schadprogramme sind laut Bitkom die häufigste Erfahrung mit Kriminalität im Internet. 38 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren – das entspricht fast 20 Millionen Deutschen – haben erlebt, dass ihr Computer infiziert wurde. Das geht aus einer neuen Umfrage von Forsa für den Bitkom hervor.
Schadprogramme würden nicht nur die Funktion von PCs beeinträchtigen, sondern zunehmend zur Ausspähung digitaler Identitäten eingesetzt, sagte Ziercke. Verstärktes Ziel von Betrügern seien hierbei mittlerweile Zugangsdaten zu Internet-Shops und Auktionshäusern, sozialen Netzwerken, Foren und E-Mail-Konten, hieß es. Bei fünf Prozent der Internetnutzer wurden demnach bereits Zugangsdaten für Internet-Shops, Netzwerke oder Online-Banking ausspioniert. Drei Prozent haben durch Schadprogramme und Datendiebstähle einen finanziellen Schaden erlitten. Lichtblick: 53 Prozent der Surfer sagten, dass sie noch nie Opfer von Kriminalität im Web waren.
Beim Online-Banking steigt laut Biktom die Zahl der Betrugsfälle 2009 wieder an – nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr. Der Verein rechnet auf Basis von Daten der Landeskriminalämter mit bis zu 2.900 angezeigten Phishing-Fällen in diesem Jahr – ein Plus von rund 50 Prozent. Die Schadenssumme steigt der Hochrechnung zufolge um 56 Prozent auf bis zu elf Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2009 lag der durchschnittliche Schaden der gemeldeten Einzelfälle bei rund 4.800 Euro. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin melden die meisten Opfer.
m Vorjahr waren die Phishing-Zahlen erstmals seit Jahren gesunken. Bundesweit hoben Kriminelle 2008 in rund 1.900 Fällen etwa sieben Millionen Euro von Konten der Geschädigten ab. Den zeitweiligen Rückgang im Jahr 2008 führen BKA und BITKOM auf bessere Schutzmethoden zurück, vor allem durch die fast flächendeckende Einführung der iTAN bei Online-Überweisungen. Inzwischen ist jedoch Schadsoftware verfügbar, die auch diesen Sicherungsmechanismus erfolgreich angreift. "Allein die Eingabe der Geheimzahlen bei Überweisungen reicht zur Vorbeugung nicht", so Kempf. Gesundes Misstrauen und eine aktuelle Sicherheitsausstattung des PCs seien genauso wichtig.
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Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 [Update] Internet-Kondome schützen: Experten warnen vor Online-Verkehr
- Teil 2
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