
Ulrich Klein
[Update] Nationaler Aktionsplan für neuen Internetstandard verabschiedet
Der deutsche IPv6-Rat aus Internetexperten in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik hat am Donnerstag auf einem Gipfeltreffen am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) einen "Nationalen Aktionsplan" zur Einführung des IPv6-Standards beschlossen. Er sieht vor, dass sich Deutschland aktiv an der weltweiten technischen Weiterentwicklung des Internets beteiligt. Das Maßnahmenbündel für den Umstieg auf das moderne Internetprotokoll IPv6 soll auf dem nächsten IT-Gipfel der Bundesregierung beraten werden.
"Das Internet ist Rückgrat der modernen Gesellschaft und muss sich auch in Deutschland weiterentwickeln – so wie schon in Asien und den USA. Sonst geraten wir als Technologiestandort ins Hintertreffen", erklärte IPv6-Ratsvorsitzender Christoph Meinel auf dem Gipfeltreffen. Der Wissenschaftler verwies während der Potsdamer Expertentagung darauf, dass der neue Standard IPv6 bereits definiert und ausgereift sei. Er sei zum Beispiel eine wichtige Voraussetzung für die Internet-Kommunikation mit und zwischen Fahrzeugen sowie in Sensor-netzwerken mit RFID-Technologie. Hier gehe es um grundlegende Einsatzmöglichkeiten des "Internets der Dinge", wie sie auch im Theseus-Programm der Bundesregierung beschrieben seien.
Der nationale Aktionsplan für ein "Internet der nächsten Generation" fordert ein, dass bis 2010 mindestens ein Viertel der deutschen Nutzer in der Lage sein soll, auf Inhalte und Dienste im IPv6-Internet zuzugreifen, ohne einen Unterschied im Vergleich zum bisherigen Standard festzustellen.
Bundesregierung sagt aktive Unterstützung zu
Staatssekretär Hans Bernhard Beus, der Bundesbeauftragte für Informationstechnik, bezeichnete auf der Potsdamer Fachtagung die Nutzung des IPv6-Standards als "wichtige infrastrukturelle Grundsatzentscheidung". Er kündigte an, die Bundesregierung wolle IPv6 "selber einsetzen und die Verbreitung empfehlen".
EU-Kommissarin Viviane Reding hatte zuvor in einer Grußbotschaft für die Teilnehmer am zweiten deutschen IPv6-Gipfel erklärt, es werde Zeit für die öffentliche Hand, in die eigene IPv6-Infrastruktur zu investieren: "Wir müssen jetzt Ernst machen und selber IPv6 nutzen", sagte Reding. Geschehe dies europäisch abgestimmt, werde dies einen enormen Nachfrageschub erzeugen, der Bewegung in den Markt bringe.
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