
Pit Klein
VDSL: Breitband-Monopol der Telekom muss fallen - Vodafone investiert
Nach der Einigung mit der Deutschen Telekom über die Mitnutzung des VDSL-Netzes will der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern Vodafone ein umfangreiches Investitionsprogramm für den Ausbau eines eigenen Hochgeschwindigkeits-Internets auflegen.
Am Freitag starteten die Konkurrenten ein gemeinsames Pilotprojekt in Heilbronn, unter Federführung von Vodafone. Der VDSL-Ausbau verkürzt die letzte Meile - das Leitungsstück zwischen Hausanschluss und Vermittlungsstelle - auf wenige hundert Meter. In Heilbronn werden dafür so genannte Multifunktionsgehäuse (MFG) aufgebaut. Sowohl Vodafone als auch die Deutsche Telekom installieren darin ihre Vermittlungstechnik. Insgesamt 50.000 Heilbronner Haushalte sollen ab Herbst VDSL-Verbindungen nutzen können.
Weiteres VDSL-Pilotprojekt in Würzburg
Ein weiteres Pilotprojekt planen die Partner in Würzburg. In der fränkischen Stadt ist die Telekom für die Bauausführung zuständig. Eine Fortsetzung oder Ausweitung auf andere Städte bleibt zunächst jedoch aus: Grund sei die bislang fehlende aber notwendige Einigung mit dem Konkurrenten über die flächendeckende Nutzung von Leerrohren, Zuleitungen für Glasfaserkabel und Zugang zu Verteilerkästen, teilte Vodafone mit. Der Vertrag über den Wiederverkauf von VDSL-Produkten der Telekom wird bei Vodafone nur als erster Schritt gewertet. Es ermögliche Wettbewerbern und deren Kunden zwar kurzfristigen Zugang in den Markt, langfristig stärke das jedoch das Quasimonopol der Telekom, hieß es. "Wettbewerb ist investitions- und innovationsfördernd. Monopolstrukturen, wie wir sie jetzt im VDSL-Bereich erleben, bremsen Fortschritt und Investitionen", sagte Vodafone-Chef Friedrich Joussen.
Die Very Highspeed Digital Subscriber Line ermöglicht schnelles Internet mit einem Surftempo von bis zu 50 MBit/s. Die deutschen Telekommunikationskonzerne stehen im Wettbewerb mit Kabelnetzbetreibern wie Kabel Deutschland (KDG).
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