
Pit Klein
Weiter Wirbel um Piratenpartei-Mitglied Tauss wegen Kinderpornos
Der unter Kinderpornoverdacht stehende Bundestagsabgeordnete und Mitglied der Piratenpartei, Jörg Tauss, gerät wieder unter Druck.
Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" am Sonntag, die sich auf einen Ermittlungsbericht stützen, wurde in der Wohnung des Politikers mehr belastendes Material gefunden als bislang angenommen. Dem Papier zufolge wurden bei Tauss bei den Durchsuchungen im März 356 kinderpornografische Bilddateien und 59 kinderpornografische Videodateien auf einem Handy sichergestellt.
Dessen Anwalt Jan Moenikes hob hervor, dass die Darstellung von Tauss, er habe das Material als Hintergrundrecherchen für seine Abgeordnetentätigkeit archiviert, damit nicht widerlegt sei. Auch nach monatelangen Ermittlungen beschränke sich der Vorwurf auf den Besitz dreier einschlägiger DVDs sowie der Bild und Video-MMS, die sich im nur wenige Megabyte großen Speicher seines Handys befanden, sagte Moenikes dem "Spiegel".
Tauss erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin, er habe eben nicht für ein Buch oder einen Artikel recherchiert, sondern "lediglich Gewissheit gebraucht", um im Bundestag "solide argumentieren" zu können, "und die habe ich, wahrscheinlich als einziger Abgeordneter". Er sei davon ausgegangen, dass er als Bundestagsabgeordneter unter die gesetzliche Ausnahmeregelung falle, wonach Recherchen zu dienstlichen Zwecken nicht strafbar seien.
Tauss war Ende Juni aus der SPD ausgetreten. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt wegen Besitzes, Erwerbs und Verbreitung von Kinderpornografie gegen das Mitglied der Piratenpartei.
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