
Ulrich Klein
Zeitung: Amazon führt Rasterfahndung bei säumigen Zahlern durch
Das Internetkaufhaus Amazon hat einem Kunden das Konto deaktiviert, weil dessen Tochter mit einem säumigen Zahler im gleichen Haus wohnt, berichtete die Frankfurter Rundschau am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe.
Der betroffene Kunde erhielt laut dem Blatt "erst nach hartnäckiger Nachfrage" Auskunft über den Grund der Kontoschließung. Auch andere Hausbewohner mit Amazon-Konten sollen betroffen gewesen sein.
Amazon macht damit nicht zum ersten Mal mit fragwürdigem Umgang von Kundendaten auf sich aufmerksam. Im Juli wurden bei Hunderten Kunden die bereits elektronisch eingekauften Bücher "Animal Farm" ("Die Farm der Tiere") und "1984" von George Orwell auf dem hauseigenen E-Book-Reader "Kindle" kommentarlos gelöscht (wir berichteten). Die vermeintliche Zensuraktion sorgte für erhebliche Irritationen bei der Kundschaft, in Blogs und zahlreichen Foren. Der Anbieter entschuldigte sich im Anschluss daran mit einem tiefen Kniefall öffentlich für das technische Debakel. Grund für die Löschaktion waren lizenzrechtliche Probleme (wir berichteten).
Auch im Falle der "Sippenhaftung" versprach der Händler laut Frankfurter Rundschau eine Entschuldigung und die sofortige Freischaltung des Kundenkontos.
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