
Jens-Ekkehard Bernerth
Bild-Girl-App sorgt für Gegenwind für Apple
Zensur? Presseverband überprüft Beschwerde gegen Apple wegen Bild-App
Bild's "Shake the Bild Girl"-Applikation hat den internationalen Presseverband "Federation of the Periodical Press" (FIPP) auf den Plan gerufen, der einer Beschwerde wegen möglicher Zensur nachgeht. Geklagt hat der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), berichtete die englische Tageszeitung "The Guardian" am Dienstag.
So habe der VDZ den FIPP gebeten, sich der Sache anzunehmen und Apple diesbezüglich zu befragen. Der Vorsitzende des VDZ, Wolfgang Fürstner, sagte gegenüber Spiegel Online: "Verleger dürfen nicht ihre Seele verkaufen, nur um ein paar lausige Penny von Apple zu erhalten."
Ursache des Streits ist Apples strikte "No nipples"-Politik im Appstore. Nachdem zuvor schon einige Applikationen entfernt wurden, die nackte Tatsachen als Inhalte hatten - unter anderem die App vom "Stern" im November, die eine erotische Bildergalerie zeigte - zensierte Springer auf Bitte von Apple im Januar seine Bild-App: Anstelle von blankem Busen sind seitdem für 1.59 Euro im Monat nur noch halbnackte Frauen in Bikinis zu sehen. Zuvor konnte in der App das Bild-Mädchen durch Schütteln des iPhones komplett entkleidet werden.
Dieses Einknicken ist der Anlass für die Beschwerde des VDZ, da er die Freiheit der Presse in Gefahr wähnt. Auch BILDmobil-Managerin Donata Hopfen sieht der digitalen Zukunft im AppStore mit gemischten Gefühlen entgegen. Gegenüber dem "Guardian" sagte sie: "Heute zensiert Apple Nippel, morgen redaktionellen Inhalt."
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