
Ulrich Klein
Zucht und Ordnung für das deutsche Internet
In Online-Netzwerken, Blogs und Chats müsse ebenso wie im Schulalltag ein "achtsamer und wacher Umgang miteinander" eingefordert werden, sagte von der Leyen der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Die Köpfe laufen heiß, in den Ministerien...

In Online-Netzwerken, Blogs und Chats müsse ebenso wie im Schulalltag ein "achtsamer und wacher Umgang miteinander" eingefordert werden, sagte von der Leyen der "Rheinischen Post" (Donnerstag).
Die Köpfe laufen derweil heiß in den Ministerien, um wieder Zucht und Ordnung ins Internet einkehren zu lassen. Erste Vorschläge liegen bereits vor: Zukünftig müssen Onliner vor der Einwahl ins Internet mindestens acht Stunden Schlaf vorweisen können.
Zudem wird jeder internetfähige PC mit einem biometrischen Fingerabdrucks-Scanner ausgestattet, der auch Schmutzränder unter den Fingernägeln analysiert und die Ergebnisse, nebst einer Spektral- und DNA-Analyse an das BKA weiterleitet.
Jugendliche unter 18 Jahren ist der Zutritt in Chat-Räume nicht mehr gestattet. Ausserdem ist es ihnen zum Selbstschutz verboten, sich ungefragt mit Erwachsenen zu unterhalten. Erwachsene, die Jugendliche unter 18 Jahre in Chat-Räumen ansprechen wollen, müssen sich vorher eine Unbedenklichkeitsbescheinigung bei der neu gegründeten Behörde für Moralhygiene ausstellen lassen, um zu beweisen, dass sie keine "üblen Absichten" hegen.
Wer bei einem Provider einen Online-Zugang beantragen will, ist verpflichtet vorher einen "Internet-Führerschein" abzulegen und vorzuweisen. Als Standardwerk zur Prüfungsvorbereitung empfiehlt das Bundesfamilienministerium das 1788 erschienene Buch "Über den Umgang mit Menschen" von Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge.
Der Besuch ausländischer Webseiten ohne vorher genehmigten Ausreiseantrag ist nicht mehr gestattet.
Ausnahmen zu oben genannten Punkten gelten nur für Politiker und kirchliche Würdenträger.
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