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Neuer Einsatz für Vista-Verweigerer
Alte Software unter Vista installieren
Geänderte Systemfunktionen von Windows Vista sorgen dafür, dass viele ältere Programme gar nicht mehr starten oder mit Fehlern den Dienst quittieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie auch hartnäckige Verweigerer unter Vista zum Laufen bringen.
Windows Vista weist intern diverse Verbesserungen und Änderungen gegenüber Windows XP auf: Zugriffsbeschränkungen auf die Systemregistrierung, geänderte Rechte im Rahmen der Benutzerkontenverwaltung, eingeschränkte Administratorrechte, eine Vielzahl von Dialogen mit Sicherheitsabfragen, die Übernahme der englischen Systemordnerbezeichnungen auch in lokalisierten Systemvarianten sowie erweiterte und geänderte Systemschnittstellen.
All diese Änderungen sorgen nicht selten dafür, dass ältere Programme, die ursprünglich für Windows 9x, Me, NT, 2000, XP oder Server 2003 entwickelt wurden, nicht mehr fehlerfrei laufen. Die Folge sind Installationsprobleme, Fehlermeldungen und gegebenenfalls auch Programmabstürze. Einige Programme können partout nicht gestartet werden, andere quittieren immerhin mit einer Fehlermeldung ihren Dienst. Über die Fehlermeldungen erhalten Sie oft wertvolle Hinweise, welche Systemversion eine Programmdatei benötigt oder welche System-DLLs dem Programm für einen fehlerfreien Start und die spätere Ausführung fehlen.
Die entsprechenden Hinweise erscheinen, weil ältere Programme häufig die Betriebssystemversion abfragen und prinzipiell bei NT-basierten Betriebssystemen wie Windows NT, 2000 oder auch XP den Dienst verweigern. Andere Programme verwenden spezielle Systemfunktionen, die in Vista gar nicht vorhanden oder mit anderen Schnittstellen realisiert sind. Oft sind schon die Installationsprogramme betroffen.
Tipp: Melden Programme bei ihrem Start fehlende DLLs, dann sollten Sie zunächst prüfen, ob die DLL tatsächlich für die Programmausführung benötigt wird. Bestätigen Sie dazu die Meldung mit OK. Viele Programme (z.B. AudioGrabber) arbeiten trotz Fehlermeldung dennoch problemlos. Andere Programme brechen die Programmausführung ab und müssen gesondert für Vista konfiguriert werden.
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Draußen bleiben: Ältere Programme machen unter Vista Zicken, im Beispiel sagt das Tool Audiograbber, welche DLL ihm fehlt.
Draußen bleiben: Ältere Programme machen unter Vista Zicken, im Beispiel sagt das Tool Audiograbber, welche DLL ihm fehlt.
Auf ein Update eines Programms durch den Hersteller zu warten, führt oft in eine Sackgasse. Denn teilweise werden ältere Programme gerade aus dem Share- und Freeware-Bereich gar nicht mehr aktualisiert. Oder die Hersteller verweisen auf eine komplett neue Programmversion die man aber kaufen muss. Kostenlose Fixes für die älteren Versionen gibt es dann natürlich nicht, das stört nur das Update-Geschäft.
Der Kompatibilitätsmodus
Speziell für ältere Programme stellt Vista den Software-Kompatibilitätsmodus bereit. Diesen sollten Sie nur nutzen, wenn es sich bei den Programmen nicht um spezielle Systemprogramme handelt, etwa Festplatten-Tools, Antiviren- oder auch Datensicherungsprogramme. Das kann zu ernsten Problemen führen.
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Der Kompatibilitätsmodus gaukelt den Programmen, die nicht auf direktem Wege startbar sind, ein älteres Windows-System und eine von Vista abweichende Systemumgebung vor. Um eine Anwendung im Kompatibilitätsmodus auszuführen, nutzen Sie wahlweise den Programmkompatibilitäts-Assistenten oder legen die Kompatibilitätseigenschaften über Verknüpfungseigenschaften gesondert fest. Auch Microsoft selbst versucht, bekannt gewordene Inkompatibilitäten durch Systemaktualisierungen zu beheben; wenn entsprechend viele Anwendungen davon betroffen sind. Eine umfassende Systemanpassung erfolgte zum Beispiel bereits kurz nach der offiziellen Einführung mit dem Windows-Update KB929427.
Automatisch anpassen
Windows Vista besitzt einen fest in das System integrierten Programmkompatibilitäts-Assistenten. Er kommt immer dann zum Vorschein, wenn das System Programminkompatibilitäten erkennt. Unter Umständen weist der Assistent Sie lediglich darauf hin, dass aktuell keine Lösung existiert. Dann müssen Sie das Programm mit Programm schließen beenden und gegebenenfalls versuchen, die Kompatibilität auf manuellem Wege herzustellen.
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Machen lassen: Der automatische Programmkompatibilitäts-Assistent von Windows Vista in Aktion.
Machen lassen: Der automatische Programmkompatibilitäts-Assistent von Windows Vista in Aktion.
Sind Lösungen vorhanden, können Sie festlegen, dass die Probleme beim nächsten Programmstart mit Programm ausführen behoben werden sollen. In diesem Fall nimmt der Assistent Systemanpassungen automatisiert vor, wobei allerdings keine direkten Änderungen am Programm erfolgen. Optional dürfen Sie auch online nach Lösungen suchen. Benutzerspezifische Eingriffe sind an dieser Stelle jedoch nicht vorgesehen.
Um zu verhindern, dass Vista nach erfolgreicher Ausführung weiterhin Programminkompatibilitäten meldet, sollten Sie im Programmkompatibilitäts-Assistenten die Option Diese Meldung nicht mehr anzeigen markieren.
Manuelle Kompatibilität
Der Automatikmodus ist leider nicht in jedem Fall erfolgreich. Daher können Sie die Programmkompatibilität auch manuell festlegen, und zwar wahlweise per Assistent oder über die jeweiligen Programmeigenschaften.
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À la carte: Diese älteren Windows-Systeme kann Vista für einzelne Programme simulieren.
À la carte: Diese älteren Windows-Systeme kann Vista für einzelne Programme simulieren.
Anders als dokumentiert starten Sie den Assistenten aber nicht über die Gruppe Zubehör des Startmenüs. Auch der beim Update von Windows XP übernommene Startmenübefehl verweist entsprechend nicht mehr auf den Assistenten. Statt dessen rufen Sie den Befehl Start/Hilfe und Support auf, wählen auf der nachfolgenden Eingangsseite die Verknüpfung Erreichen der Funktionsfähigkeit von Programmen unter dieser Version von Windows und anschließend die Verknüpfung Klicken Sie hier, um den Programmkompatibilitäts-Assistenten zu öffnen an. Bestätigen Sie dann die Willkommensseite zum Assistenten mit Weiter. Legen Sie nun fest, wie Sie das Programm für den Kompatibilitätsmodus wählen wollen. Mit der Option Programm aus Liste wählen stellt Windows die bereits eingerichteten Programme zur Auswahl in einem Listenfeld zusammen.
Die später angezeigte Schaltfläche Aktualisieren bringt die Liste auf den jeweils aktuellen Stand. Wählen Sie diese Option, wenn Sie ein Windows-Programm zwar installieren, nicht jedoch starten konnten. Treten bereits bei der Einrichtung eines Programms von CD Probleme auf, können Sie alternativ die Option Programm im CD-ROM-Laufwerk verwenden wählen. Allerdings haben Sie dann keinen Einfluss darauf, welches Programm und welches CD-ROM-Laufwerk bei mehreren vorhandenen CD-Laufwerken tatsächlich genutzt wird wenig praxistauglich. Am sinnvollsten ist die Option Programm manuell suchen. Dann legen Sie das Programm mitsamt Laufwerk und Verzeichnis frei fest oder nutzen mit Durchsuchen-Schaltfläche selbst den Datei-öffnen-Dialog.
Im nächsten Schritt legen Sie das nachzubildende System fest, also beispielsweise Windows 95, NT 4.0 (Service Pack 5) oder Windows XP (SP2). Welches System ein Programm oder auch Spiel genau braucht, können Sie der jeweiligen Programmdokumentation entnehmen. Im folgenden Arbeitsschritt nehmen Sie Einfluss auf die Anzeigeeinstellungen. Einige ältere Programme und insbesondere Spiele sind speziell für 256 Farben oder eine Bildschirmauflösung von zum Beispiel 640x480 Punkten ausgelegt. Richten Sie sich auch hier nach der Programmdokumentation. Optional deaktivieren Sie visuelle Designs, die mitunter Probleme mit älteren Windows-Programmen auslösen. Weitere Anzeigeprobleme beheben Sie durch das Deaktivieren der Desktopzusammenstellung oder der Skalierung bei hohem DPI-Wert.
Vista räumt Administratoren keinen uneingeschränkten Zugriff auf das System ein. Dieser wird aber häufig benötigt, um insbesondere ältere systemnahe Anwendungen unter Vista ausführen zu können. Über einen speziellen Dialog können Sie den Vollzugriff für eine Anwendung festlegen, indem Sie die Option Programm als Administrator ausführen markieren und mit Weiter bestätigen.
Abschließend testen
Im letzten Schritt fasst der Assistent die Werte für den Kompatibilitätsmodus zusammen. Um die Programmausführung mit diesen Werten zu testen, bestätigen Sie mit Weiter. Vista versucht, das angegebene Programm mit den festgelegten Einstellungen zu starten. Mitunter zeigt Windows dazu auch erneut Sicherheitsabfragen an, die Sie mit Zulassen bestätigen.
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Tools zur Vista-Programmkompatibilität (Stand März 2007)
Tools zur Vista-Programmkompatibilität (Stand März 2007)
Nach der Ausführung gelangen Sie zurück in den Assistenten. Über die angezeigten Optionen geben Sie an,
- ob die Einstellungen zu einem fehlerfreien Start geführt haben (Ja, das Programm immer mit diesen Kompatibilitätseinstellungen ausführen).
- ob die Einstellungen nicht zur fehlerfreien Ausführung geführt haben und andere Einstellungen getestet werden sollen (Nein, andere Kompatibilitätseinstellungen verwenden).
- ob Sie die Festlegung der Kompatibilitätseinstellungen für das gewählte Programm zunächst beenden und damit auf die Festlegung von Kompatibilitätseinstellungen verzichten wollen (Nein, Testen der Kompatibilitätseinstellungen beenden).
Weiterleiten zu Microsoft
Der Assistent sammelt die Informationen und stellt sie als Programmkompatibilitätsdaten zusammen. Diese Daten können Sie wahlweise an Microsoft über eine bestehende Online-Verbindung übermitteln. Microsoft verwendet nach eigener Aussage diese Daten zur Lösung von Problemen und zur Aufzeichnung von Kompatibilitätseinstellungen. Diese werden dann über das Windows-Update auch anderen Anwendern zur Verfügung gestellt.
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Nach Hause telefonieren: Optional übergeben Sie die erfolgreich ausprobierten Kompatibilitätseinstellungen an Microsoft.
Nach Hause telefonieren: Optional übergeben Sie die erfolgreich ausprobierten Kompatibilitätseinstellungen an Microsoft.
Vista enthält bereits eine Kompatibilitätsdatenbank für wichtige Programme. Microsoft erhält in Verbindung mit ihrer Benutzerkennung jedoch darüber auch Informationen dazu, welche Programme Sie selbst einsetzen. Ob Sie diese Daten tatsächlich weitergeben wollen und damit zum gläsernen Benutzer werden, müssen Sie für sich selbst entscheiden.
Die meisten Programme sollten nach der Programmeinrichtung oder dem Wechsel in den erforderlichen Kompatibilitätsmodus bereits funktionieren. Ergeben sich immer noch Probleme, probieren Sie einen alternativen Kompatibilitätsmodus aus.
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Kompatible Eigenschaften: Die einschlägigen Einstellungen legen Sie über Programm- und Verknüpfungseigenschaften fest.
Kompatible Eigenschaften: Die einschlägigen Einstellungen legen Sie über Programm- und Verknüpfungseigenschaften fest.
Tipp: Einige Programme lassen sich wegen Änderungen der Zugriffsberechtigungen auch nach einem Update von Windows XP auf Vista nicht mehr ausführen und präsentieren sich mitunter nur im eingeschränkten Demomodus (z.B. Pinnacle Studio). Zwar bieten diese Programme in der Regel über das zugehörige Installationsprogramm einen Reparaturmodus an, dieser hat aber keine Auswirkungen auf die Lauffähigkeit.
Um ein solches Programm auch unter Vista lauffähig zu machen, reicht es häufig aus, die Installation erneut auszuführen. Häufig bieten Hersteller im Internet auch bereits Vista-Updates und -Patches für ihre Programme an. Kontrollieren Sie das Vorhandensein solcher Patches, ehe sie die zeitaufwändige Neueinrichtung einer Anwendung versuchen.
Fehlende DLLs nachrüsten
Versagen Programme wegen fehlender DLLs den Dienst und brechen diese die Programmausführung bei Nichtvorhandensein dieser DLLs ab, dann können Sie versuchen, die fehlenden DLLs von einem anderen System, einer Installations- CD oder einem Sicherungsverzeichnis in das aktuelle Windows-Vista-Systemverzeichnis umzukopieren (i.d. Regel c:WindowsSystem32).
Diese Variante funktioniert allerdings nur bei echten DLLs (dynamische Verbindungsbibliotheken). COM-DLLs können auf diesem Wege nicht verfügbar gemacht werden. Diese sind bei Bedarf gesondert mit dem Kommandozeilen-Tool regsvr32 an der Eingabeaufforderung zu registrieren:
Codebeispiel: