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Save.tv und Shift.tv im Check
Für TV-Junkies: Sendungen aufzeichnen mit Online-Videorekordern
Der altgediente VHS-Videorekorder hat schlappgemacht, und für einen Fernseher mit Festplatte hat das Geld nicht gereicht. Aber TV-Junkies in dieser Situation müssen nicht verzweifeln. Selbst dann nicht, wenn der Sender Serien und Filme nicht auf seiner Web-Site anbietet: Mit Internet-Rekordern lassen sich TV-Inhalte aufzeichnen. Das geht schnell, teils sogar noch, wenn die Sendung schon gelaufen ist - und es liefert akzeptable Qualität.
Das Prinzip der Online-Videorekorder ist denkbar einfach: Nach dem Registrieren auf der entsprechenden Seite aktiviert der Nutzer die Aufnahme einer Sendung über eine Programmvorschau. Der Datei-Download erfolgt vom internetbasierten Speicher des Anbieters. Die bis zwei Gigabyte große Sendung lässt sich über diverse Player an jedem web-fähigen Rechner abspielen. Vorher muss sie nur mit einem auf der Seite verfügbaren Decoder in ein abspielbares Format gebracht werden.
Die Anbieter heißen etwa Save.tv oder Shift.tv. Sie werben mit DVD-ähnlicher Qualität, aber die Aufnahmen seien nicht mit einem Fernsehbild vergleichbar, sagt Andreas Stumptner von der in München erscheinenden Zeitschrift "Video Homevision" aus dem Medienhaus Weka. Für einen Download ist die Qualität des Bildes aber dennoch hinnehmbar.
Ein weiterer Pluspunkt der web-basierten Rekorder sei die ständige Verfügbarkeit der TV-Inhalte: Ist eine Sendung heruntergeladen, kann der Nutzer sie beliebig oft ansehen - und erhält so die Möglichkeit, sie zu archivieren. Mit dem Prinzip "Fernsehen, wann ich es will" wirbt deshalb der Anbieter Onlinetvrecorder.com.
Rechtsstreitigkeiten mit TV-Sendern
TV-Kanäle sind von den Rekordern nicht begeistert. Sie sehen eine Verletzung ihrer Senderechte, wenn die Sendesignale an die Portale weitergeleitet werden. Nach einer Klage von RTL hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe befunden, derartige Aufnahmen seien in der Regel unzulässig (Az.: I ZR 216/06, (wir berichteten ausführlich)).
Im Urteil werde allerdings die Möglichkeit eingeräumt, dass die Aufnahmen als Privatkopien gelten können, erläutert Oliver Brexl, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz in Berlin. Das sei zwar oft nicht umsetzbar - etwa wenn die Dienste nicht unentgeltlich sind. Dennoch gilt das Urteil nur im Fall Save.tv. Netznutzer müssen daher keinen Ärger befürchten.
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Beim Anmelden genau hinsehen
Beim Anmelden sollten sie allerdings genau hinsehen, rät Iwona Gromek, IT-Expertin von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf: Oft fielen nach einer kostenfreien Probezeit Gebühren an. Wird nicht rechtzeitig gekündigt, verlängere sich das Abonnement dann jeweils automatisch. Bei Save.tv kosten drei Monate 10 Euro. Ein Jahres-Abo von Shift.tv kostet monatlich fünf Euro.
Eine Ausnahme bildet ist onlinetvrecorder.com: Der Basis-Account ist hier grundsätzlich kostenlos. Dafür dauert das Herunterladen häufig länger und ist mit einem Punktekonto verbunden. Dieses lässt sich durch Klicks auf bestimmte Werbebanner füllen. Anders sieht es bei der Premium-Version aus: Hier kann der Nutzer - beginnend bei einem Betrag von 5 Euro - via Kreditkarte, Paypal oder Überweisung das Punktekonto beliebig füllen. Ein Cent entspricht einem Punkt. So ist etwa ein Express-Download möglich, bei dem der Nutzer die virtuelle Warteschlange überspringt - 25 Punkte werden ihm dafür abgezogen.
Werbepausen können nicht herausgeschnitten werden
Für viele störend sind die Werbepausen in den Aufnahmen, die automatisch mitaufgezeichnet werden. Sie herauszuschneiden ist nicht möglich, wohl aber das Vorspulen. Ein zusätzliches Manko sind die Zeitfenster vor und nach einer programmierten Aufnahme. "Sie sollen eine Verschiebung im TV-Programm auffangen", erklärt Stumptner. Punktgenaue Aufnahmen über ein Sendesignal seien seit der Einführung des Digitalfernsehens nicht mehr möglich.
Vor allem unerfahrene Anwender klicken auf den werbefinanzierten Webseiten besser nicht zu sorglos herum: "Aufgrund der vielfältigen Werbeeinblendungen ist der Vorgang des Herunterladens von Filmaufnahmen oft nicht transparent", warnt Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit (ifis) der FH Gelsenkirchen. Dadurch könnten Anwender verleitet werden, auf Banner zu klicken, die nicht zum Download, sondern auf unseriöse Seiten mit Schadcode führen.
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Stumptner bewertet die Angebote trotzdem positiv, da die Rekorder verbraucherorientiert konzipiert seien. Weil gegenwärtig auch die TV-Angebote individueller werden und der Zuschauer mehr Möglichkeiten erhält, sein Programm selbst zusammenzustellen, lasse sich eine "Änderung im Nutzungsverhalten der Seher" feststellen, sagt Thomas Bauer von der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.
Ein großes Plus der Online-Videorekorder ist deshalb laut Stumptner die Mobilität der Aufnahmen. Schließlich könne der Film, der ja als Datei vorliegt, auf diversen Trägermedien abgespielt oder das Abspielgerät via USB an einen Fernseher angeschlossen werden. Und so ist es tatsächlich möglich, fernzusehen, wann man möchte. (Andreas Thieme)