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PDA mit Überraschungseffekt
Im Test: HTC Advantage 7510 - iPhone-Killer oder Rohrkrepierer?
Es muss nicht immer das iPhone von Apple sein: Der taiwanesische Hersteller HTC hat mit seinem Advantage schon seit längerem einen ernsthaften Konkurrenten im Sortiment, der über eine umfangreichere Ausstattung verfügt und in der Version 7510 seit wenigen Tagen auch in Deutschland mit verschiedenen Detailverbesserungen im Vergleich zum Ur-Modell 7500 ausgeliefert wird.
Dass einer Klientel, die für ein UMTS/HSDPA-fähiges PDA knapp 900 Euro ohne Handy-Vertrag ausgibt, etwas geboten werden muss, hat HTC bereits beim Design der Verpackung berücksichtigt: Der Advantage im Vollmetallkleidchen schält sich aus einem mit feinporigem Schaumstoff ausgekleidetem, in edlem Schwarz gehaltenen Karton mit Magnetclip. Feinsäuberlich in verschiedenen Fächern verstaut liegen die Zubehörteile wie eine ausführliche und gut bebilderte Anleitung, Software auf CD-ROM und Kabel. Nicht minder aufgeräumt präsentiert sich das Gerät selbst: Die magnetisch dockbare Tastatur lässt sich innerhalb einer Sekunde am Gerät anklipsen. Auf das Verstauen von Kredit- oder EC-Karten in der Hülle des HTC sollte man aber verzichten – der Magnet ist sehr stark! Im Vergleich zum Vorgänger hat die Tastatur eine deutliche Überarbeitung erfahren: Sie ist einerseits wesentlich flacher, andererseits funktioniert sie nach einem neuen Prinzip: Statt echter, haptischer Knöpfe generieren die flachen Folientasten eine Art „Forcefeeedback“ für die Fingerkuppen, also eine kleine Vibration. Das funktioniert erstaunlich gut: In unserem Test schnitt der aktuelle Tastengeber bei Genauigkeit und Zuverlässigkeit besser ab als die ursprünglich Variante. Angenehm auch, dass HTC das Layout gründlich renoviert hat: So findet sich die Zehnertastatur inzwischen auf eigens dafür vorgesehenen Tasten wieder. Beim 7500 war es noch ein Zehnerblock, der mit Funktionstaste angesteuert wurde. Schwierig war das vor allem beim einhändigen Bedienen. Deutsche Umlaute liegen nun auf den jeweiligen Vokalen, und werden mit gedrückter „FN“-Taste genutzt.
Die Hardware im Überblick - Verbesserungen nur im Detail
Stichwort Hardware: Im Vergleich zum früheren Modell muss der 7510 mit nur noch vier Buttons am PDA selbst auskommen – für Lautstärke, Startseite, On/Off sowie Video- bzw. Digitalkamera mit drei Megapixel. In der täglichen Arbeit ist das ein Rückschritt, schmerzlich vermisst man unter anderem den vom 7500er gewohnten „Ok“-Knopf sowie einen Taster für das Telefonieren. Das bisherige Microdrive mit 8 GByte Kapazität wurde in ein SSD-Laufwerk mit 16 GByte geändert. Ansonsten gleicht der Neue bei der Ausstattung weitgehend dem Alten: 5-Zoll-Bildschirm mit 640 x 480 Pixel, Digitalkamera, Videokamera., GPS-Navigation, SDHC-Erweiterungsslot, WLAN, UMTS/HSDPA, GPRS, EDGE und GSM, eingebautes Mikrofon, zwei Lautsprecher, USB-Anschluss, VGA-Monitorausgang, Mini-Kopfhörerklinkenbuchse und Lithium-Ionen-Polymerakku mit 2100 mAh. Der reicht in Abhängigkeit der jeweils ausgeführten Tätigkeiten für wenige Stunden oder mehrere Tage. Unter Volllast, also aktiver WLAN-, Blutooth- oder UMTS-Verbindung sowie ständig aktivem Display und Tippereien bzw. Video-Telefonie ist überdurchschnittlich schnell Schicht im Schacht: zwei bis drei Stunden, mehr ist mit dem kleinen Akku nicht drin. Es gibt derzeit auch keine Möglichkeit, eine wesentlich leistungsfähigere Batterie zu erwerben, weil diese von HTC nicht angeboten wird. Im hauseigenen Shop kostet eine Version mit 2.200 mAh knapp 50 Euro. Immerhin: Der Wechsel des Energiespenders ist unkompliziert, außerdem lässt sich der PDA mit einem beigelegten Netzteil bzw. USB-Kabel an jedem PC oder Notebook unter Strom setzen – und dabei auch noch gleich mit Outlook sychronisieren.
Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
Als Betriebs-Software werkelt Windows Mobile 6.1 Pro – mit einigen Verbesserungen. Statt einer langweiligen Standard-Startseite begrüßt den HTC-Nutzer nun eine speziell eingerichtete Übersicht, die neben Kalendereinträgen, Uhrzeit, Datum, SMS- Nachrichten und E-Mails auch Telefon-Favoriten, Wetterinformationen, häufig zu startende Programme und diverse Einstellungen enthält. Zudem lassen sich laufende Programme endlich direkt per Tastendruck beenden oder aufrufen, ohne umständlich in den Taskmanager zu wechseln. So schön das alles aussehen mag: Mit nur wenigen Klicks landet man im altbekannten Windows-Mobile-Look, der im Vergleich mit dem iPhone den Charme einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft aus den 60er-Jahren versprüht. Aber egal, schließlich soll das HTC ein Arbeitspferd sein und kein Schmuckstück. Zu den vorinstallierten Programmen gehören die üblichen Verdächtigen wie Windows Office Mobile mit PowerPoint, Excel, OneNote, Word, Mail-Client, Kalender, Kontakte, PDF-Reader, Media-Player, Zipper, RSS-Feeds, Internet Explorer und eine aktuelle Version von Opera Mobile 9. Der speziell für das Advantage angepasste Internet-Browser glänzt: Neben einer optimierten Fingernavigation nach Apple-Vorbild direkt auf dem Touch-Screen und intuitivem Zoom lassen sich Menübuttons über eine bei Bedarf in der unteren rechten Ecke eingeblendeten Menüleiste steuern. Seiten wie „Magnus“, „Spiegel Online“ oder die Abflüge des Flughafens in München werden auch dank JavaScript-Unterstützung korrekt angezeigt. Die Auflösung reicht dazu aus. Auf Flash-Animationen allerdings muss man – noch – verzichten.
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Nettes Detail: Beim HTC 7510 lassen sich alle Statusinformationen sowie eMail-Eingänge auch im geschlossenen Zustand prüfen
Nettes Detail: Beim HTC 7510 lassen sich alle Statusinformationen sowie eMail-Eingänge auch im geschlossenen Zustand prüfen