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Schwitzen, zittern, herzrasen - und dennoch gewinnen
Soraya Homam über Poker
Derzeit sind wir PokerliebhaberInnen neugieriger denn je zu erfahren, wie sich die Legitimitäts- Challenge des Pokerns als Geschicklichkeitsspiel in diversen Gerichtsgebäuden der Vereinigten Saaten entwickeln wird. Glücklicherweise funktioniert das Internetnachrichtensystem fast perfekt und wir werden sachlich gut informiert durch das Labyrinth der Gesetze geführt.
Wie auch immer die Entscheidung dort ausfallen wird, gehen wir PokerspielerInnen davon aus, dass das Pokern ein Denkspiel ist, dessen Geschicklichkeit die Glücksfälle auf Dauer bedeutungslos machen.
Ich bin mir sicher, dass viele von uns der Meinung sind, dass diese umkämpfte Geschicklichkeit das gelungene Resultat eines langen, harten Lernprozesses ist, der heute um seine ersehnte Anerkennung kämpft.
Im Laufe dieses Lernprozesses sind etliche Stolperstufen zu überwinden, ähnlich wie im täglichen Leben. Manchmal ist es wie ein Sprung ins eiskalte, dann wieder ins warme Wasser. Aber unser aller Ziel ist der Erfolg.
Wir wollen am Ende gewinnen. Die Frage ist nur wie?
Jeder einzelne Pokerspieler muss hart und individuell kämpfen, um sein Spiel erfolgreich zu koordinieren. Alles geschieht letztendlich im Alleingang. Im Gegensatz zum Onlinepoker kommen beim Livespiel ergänzende Faktoren hinzu, nämlich die physische Anwesenheit ihrer Gegner und die Verwendung ihrer Tells. Jedenfalls stellt es eine zusätzliche Herausforderung dar.
Beim Livespiel können möglicherweise unsere eigenen Urängste, wie die Angst vor aggressivem oder autoritärem Verhalten zum Vorschein kommen und somit unsere Gedanken blockieren. Demzufolge kann einem/er SpielerIn die Spielstrategie aus den Händen gleiten. Abgesehen davon kann diese Form von Nervosität manche junge SpielerInnen völlig unvorbereitet befallen. Demzufolge kommen physische Symptome, wie Schwitzen, Zittern oder Herzrasen zum Ausbruch, die sich bis zur Hilflosigkeit steigern können.
Dennoch wollen Sie gewinnen!
Nun stellen Sie sich vor, dass Sie am Pokertisch in eine Hand involviert sind und innerhalb von wenigen Sekunden eine wichtige Entscheidung treffen müssen!
Den Spielfluss und die Schnelligkeit des Spieles wollen Sie keinesfalls behindern! Gleichzeitig möchten Sie auch Ihre Hand nicht preisgeben!
Genau in diesem aufregenden Moment, in dem Ihr Gehirn schnell und präzise mit Fakten und Kalkulationen beschäftigt ist, fängt ein Querulant an, Sie mit seinen Parolen vehement zu stören, ob nun mit oder ohne Absicht, ist in diesem speziellen Fall irrelevant. Dieser Grobian, der das Pokern als Männlichkeitsbeweis wahrnimmt, lässt Sie mit seinem aggressiven oder autoritären Monolog nicht in Ruhe.
Wenn Sie wüssten, welch vielfältige Optionen Ihnen zur Verfügung stehen, würden Sie Ihren Gegner noch mehr verwirren können, als er es ursprünglich bei Ihnen erreichen wollte.
Wie sollten Sie sich am besten verhalten?
Auf seine Art, oder noch härter auf den Tisch klopfen, damit wieder Ruhe einkehrt? Den Saalchef holen, was auch Ihr gutes Recht, jedoch mit Zeitverlust verbunden ist? Ihn einfach nicht ernst nehmen, damit er als derzeitiger und zukünftiger Fisch in Ihrem Netz erhalten bleibt? Wie auch immer Sie sich entscheiden, es sollte schnell über die Bühne gehen, denn hier geht es um Ihr Recht und seine falsche, lausige Taktik. In diesem Sinne, willkommen auf der Vorstufe der Pokerpsychologie!