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22. März 2010
M, Q, ICM und co. : Stack-Strategie Bild vergrößern 937 1281 http://img2.magnus.de/Stack-Strategie-r937x1280-C-5030e481-9081949.jpg
M, Q, ICM und co.

Stack-Strategie

Unerfahrene Spieler kennen das Problem vielleicht: Man sitzt an einem Pokertisch, und überall stapeln sich die Türmchen aus bunten Chips. Der Wert der Stacks ist vielleicht bekannt, aber mehr auch nicht. In großen Turnieren kriegt man vielleicht noch Informationen durch Bildschirme mit Daten zum Turnierverlauf, in Cash Games und Single Table Tournaments allerdings nicht.

Und so kommen für den Spieler einige Fragen auf: Was ist der eigene Stack im Vergleich zu denen der Gegner wert? Steht man wirklich im Chip Count so gut wie gedacht? Ist man genau so short, wie der Nachbar links? Oder gehört man gar zu den Big Stacks? Wie sollte man sein Spiel anpassen?

Trotz unvollständiger Informationen muss man in jeder Situation Entscheidungen treffen, wie man seinen Stack einsetzt: Druck machen, ruhig weiterspielen und abwarten oder volles Risiko mit der nächsten halbwegs tauglichen Hand? Die Größe des eigenen und der gegnerischen Stacks und deren Verhältnis zueinander gehört zu den essenziellen Informationen beim Pokern.

Pokerspieler wenden daher verschiedene Konzepte an, um einen großen Stapel an Chips in eine verwertbare Information umzuwandeln, teilweise mit sehr unterschiedlichen Ansätzen.

Stack-Größen im Cash Game

In No Limit Hold‘em Cash Games gibt es bei den Buy-ins selten große Unterschiede. Die meisten Spieler ziehen es vor, sich mit dem Maximum an einen Tisch zu setzen, oder zumindest mit 100 BB. Vor allem online gibt es zudem Spieler, die sich mit dem Minimum (meistens 20 BB) einkaufen, um z.B. schwere Entscheidungen auf dem Flop zu umgehen, da sie häufig schon preflop All-in sind.

Da sich die Blinds während eines Cash Games nicht verändern, ändert sich die Größe des Stacks in Relation zu den Blinds auch nicht, sodass der BB als Maßzahl für die Größe des Stacks ausreicht. Daher wird meistens nur zwischen Short und Big Stacks unterschieden, was ausreicht, um erste Anhaltspunkte für die Spielweise zu finden. In Turnieren sieht die Sache anders aus.

Ein Stack, der zu Beginn des Turnieres 200 BB entspricht, kann nach mehreren Stunden Spiel auch ohne Verluste nur noch 10 BB entsprechen, wenn die Blinds schnell genug ansteigen. Daher braucht man für ein Turnier andere Werkzeuge, um den Stack einteilen zu können. Im Lauf der Jahre haben sich Pokerspieler unterschiedliche Konzepte ausgedacht, um die oben erwähnten Probleme lösen zu können.

Magriels "M-Ratio"

Paul Magriel, ehemaliger Backgammon-Weltmeister und Poker-Profi, veröffentlichte als Erster das Konzept, den eigenen Stack in Relation zu den Kosten für jeden Orbit zu setzen. Dazu wird der eigene Stack durch den Betrag geteilt, der noch vor der ersten Aktion einer Hand im Pot liegt (Small Blind, Big Blind und evtl. die Ante jedes Spielers am Tisch). Diesen Quotienten bezeichnete Magriel als "M-Ratio" oder auch kurz M.

Beispiel:
Wir sitzen mit einem Stack von 25.000 Chips an einem Tisch mit acht Spielern. Die Blinds betragen 1000 und 2000, die Ante 250. Daraus ergeben sich folgende Kosten pro Orbit:

Codebeispiel:

1000 + 2000 + 9 x 250 = 5250 --->
25.000 / 5250 = 4,76

Dan Harrington machte dieses Konzept als einer der ersten Autoren in seinem Buch "Harrington on Hold‘em" der größeren Öffentlichkeit zugänglich. Gleichzeitig erweiterte er das Konzept auch um das Zonensystem, das dem Spieler konkrete Anweisungen für die jeweilige Stackgröße gibt. Dazu hat Harrington eine Skala aufgestellt, die in fünf Zonen eingeteilt ist:



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