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Markus Eckstein

9. März 2010
Schafft es Palm mit dem Pre raus aus der Krise?: TEST: iPhone-Killer Palm Pre? WebOS mit coolen Features Bild vergrößern 937 634 http://img3.magnus.de/unbenannt-r937x633-C-615fc-8351820.jpg
Schafft es Palm mit dem Pre raus aus der Krise?

TEST: iPhone-Killer Palm Pre? WebOS mit coolen Features

Mit dem neuen Betriebssystem WebOS und dem Pre will der in arge Schieflage geratene Traditionshersteller Palm seine Innovationskraft unter Beweis stellen. Stimmt das Produkt und kann die Strategie den einstigen PDA-Primus zu neuer Größe bringen?

Wenn je ein Smartphone die Bezeichnung Handschmeichler verdient hat, dann ist es der Palm Pre. So großzügig rundet kein anderer Hersteller die Gehäuse seiner Mobiltelefone ab, und auch von den Abmessungen liegt Palms Neuer perfekt in der Hand.

Dass er dabei mit 17 Millimetern Dicke etwas mehr aufträgt, als in engen Hosentaschen gewünscht ist, hat einen guten Grund: Die 17 Millimeter sind auch der Qwertz-Tastatur geschuldet, die der Pre zusätzlich zum Touchscreen zur Bedienung bereitstellt.

Letzterer arbeitet wie die Displays des iPhones und der von HTC gebauten Android-Modelle kapazitiv, lässt sich also nur mit den Fingern, aber nicht mit einem Stift bedienen. Genau hierfür ist die Bedienoberfläche auch ausgelegt, die alle wichtigen Funktionen über einfache Gesten bereitstellt. Interessantes Detail: Der schwarze Bereich unterhalb des Displays gehört ebenfalls zur Bedienfläche, ein Strich leicht oberhalb des sogenannten Center-Buttons etwa aktiviert die Zurück-Funktion.

Auch eine persönliche Favoriten-Leiste kann aus diesem unteren Bereich nach oben geschoben werden. Insgesamt kennt der Palm Pre mehr als ein Dutzend Gesten. Von diesen benötigen einige zwei Finger, etwa zum Vergrößern oder Verkleinern. Hier könnte es mit Apple, denen kürzlich entsprechende Patente auf die Multitouch-Technik zugesprochen wurden, noch Ärger geben.


Gute Karten

Der mittlere Knopf dient dazu, Card View zu öffnen. Das ist ein Modus, in dem die geöffneten Applikationen in Form verkleinerter Karten dargestellt werden, von denen die jeweils zentrale Anwendung nach links oder rechts ver- W schoben werden kann, um Platz für die nächstliegende zu schaffen. Das Öffnen von Programmen braucht etwas Zeit, doch durch geschickte Animation hat man im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen nie den Eindruck, dass das Smartphone hängt.

Sind die benötigten Applikationen einmal gestartet, klappt das Arbeiten dank der Multitasking-Fähigkeiten des Palm dem ersten Eindruck nach praktisch verzögerungsfrei. Will man eine Applikation schließen, muss man sie nur im Card-View- Modus nach oben schieben. Sind die grundlegenden Bedienschritte geübt, kommt Freude am WebOS-Bedienkonzept auf. Hier haben die Entwickler die Anforderungen an moderne PDA-Phones noch einmal gründlich überdacht und sind zu innovativen Lösungen gekommen.

Auch Daten, die bei vielen modernen Menschen aus unterschiedlichen Quellen, beispielsweise vom Exchange-Server und vom Google Mail-Konto, kommen, integriert der Pre vorbildlich. Ist etwa eine Telefonnummer in zwei unterschiedlichen Quellen gleich, so werden die zugehörigen Informationen in einem Kontakt zusammengefasst. Das vermeidet die oft lästigen Doppelungen.

Palm Pre

Palm Pre
Palm
500,- Euro

www.palm.com

4/5
Ausstattung
4/5
Handhabung
4/5
Praxis-Urteil
Preis/Leistung
gut

Dabei ist Kommunikation auch über Applikationsgrenzen hinaus eine Stärke des Palm Pre. So wird die Konversation mit einer Person auch dann noch in einem Fenster angezeigt, wenn zwischen Instant Messenger und SMS hin- und hergesprungen wird. Praktisch bei der Kommunikation und bei der Verwaltung persönlicher Daten: Auch wenn der Palm Pre im Normalbetrieb mit den Daten aus dem Web arbeitet, sorgt ein Zwischenspeicher auf dem Gerät dafür, dass man auch ohne Netz weiterarbeiten kann, etwa im Flugzeug.

Tasten und Speicher

Bei so viel Lob über Palms neueste Innovation ist auch ein wenig Kritik erlaubt. Die oberste Reihe der nicht ganz solide ausschiebbaren Tastatur sitzt ein wenig zu nah am Displayrand. Hier muss man recht genau zielen, um nicht an der Barriere zu scheitern. Davon abgesehen hat Palm den Trick erneut raus, den Tasten genau die Verrundung zu geben, die in puncto Treffsicherheit den gegebenen Platz optimal nutzt.

Im praktischen Einsatz dürfte manchem Nutzer der überwiegend privaten Zielgruppe trotz großzügigen 8 Gigabyte Speicher ein Steckplatz zur Nachrüstung fehlen, um auch großen Musiksammlungen Platz zu bieten. Der Palm Pre ist ab heute exklusiv über O2 in Deutschland für 500 Euro verfügbar (magnus.de berichtete).




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