Die Physiker im schweizer CERN-Elfenbeinturm untersuchen Materie mit Hilfe von Teilchenbeschleunigern. Am 10. September wollen sie damit beginnen, es richtig krachen zu lassen und Urknallbedingungen herstellen. In unserem Webtipp-Spezial zeigen wir, wie es geht.
Die Physiker im schweizer CERN-Elfenbeinturm untersuchen Materie mit Hilfe von Teilchenbeschleunigern. Am 9. September wollen sie damit beginnen, es richtig krachen zu lassen. In unserem Webtipp-Spezial zeigen wir, wie es geht.
Wenn beschleunigte Teilchen aufeinander oder auf ruhende Materie prallen, entsteht eine ähnlich hohe Energiekonzentration wie während der ersten Augenblicke des Universums. In einem 27 Kilometer langen Beschleuniger, den die Wisschenschaftler einfallsreich den "Großen Hadronen-Speicherring" (LHC) nennen, sollen am CERN urknallähnliche Bedingungen hergestellt werden.
In dem weltgrößten und leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger wollen Wissenschaftler aus aller Welt zwei gegenläufige Teilchenstrahlen auf mehr als 99,9 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen. Bei dem Zusammenstoß entstehen laut Experten neue Teilchen, welche die Physiker dann erforschen wollen. Weil das im Fachsprech alles recht kompliziert klingt, hat die Wissenschafts-Journalistin Kate McAlpine den Large Hadron Collider-RAP ins Leben gerufen:
CERN's Large Hadron Collider Rap
Um auf dem Teilchenparkur nichts zu verpassen stehen den Physikern vier riesige Detektoren mit den Namen ALICE, ATLAS, CMS und LHCb zur verfügung. Diese sollen Teilchenzusammenstöße aufzeichen und den Physikern Gelegenheit bieten, neue Phänomene der Materie, Energie, des Raumes und der Zeit zu erforschen.
Der LHC ist eine Maschine um Energie auf sehr kleinem Raum zu konzentrieren. Teilchenenergien werden beim LHC in Tera-Elektronvolt (TeV) angegeben. 1 TeV entspricht ungefähr der Bewegungsenergie einer Mücke; allerdings ist ein Proton zirka eine Billion mal kleiner als eine Mücke. Ein im LHC kreisendes Proton wird eine Energie von 7 TeV haben, so daß die Energie beim Zusammenstoß zweier Protonen 14 TeV betragen wird. Blei-Ionen enthalten viele Protonen, und haben deswegen im LHC eine noch viel größere Energie. Die Kollisionsenergie zweier Blei-IonenStrahlen beträgt 1150 TeV.
Bild vergrößern561373http://img2.magnus.de/CERN-Teilchenbeschleuniger-LHC-r561x373-C-e5db4eed-6364031.jpgEndlich kommt zusammen, was zusammen passt.
Endlich kommt zusammen, was zusammen passt.
Bei voller Energie besitzt jeder Strahl laut den Wissenschaftlern ungefähr soviel Energie wie ein Auto bei 1.600 Stundenkilometern. Mit der in den Ablenkmagneten gespeicherten Energie könnte laut CERN-Physikern 50 Tonnen Kupfer zum schmelzen gebracht werden.
Bild vergrößern561374http://img2.magnus.de/CERN-Teilchenbeschleuniger-LHC-r561x374-C-acc7306d-6364035.jpgBei einem Teilchenbeschleuniger kommt es auf Genauigkeit an.
Bei einem Teilchenbeschleuniger kommt es auf Genauigkeit an.
CERN-Gegner befürchten sogar das Ende der Welt, für den Fall, dass die Maschine ein schwarzes Loch erzeugen und die Erde verschlingen sollte. Wer die Inbetriebnahme furchtlos im Internet verfolgen will, kann über den Live Webcast des CERN am 10 September um 8.30 Uhr dabei sein.