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Spieletest "Halo 3: ODST"
teleschau - der mediendienst
Ein "Halo" ohne den Master Chief? Geht das überhaupt? Geht wohl, wie "ODST" beweist.
Was einst als Erweiterung für den Xbox-360-Shooter "Halo 3" geplant war, wuchs während der Entwicklung zum vollwertigen Game heran. "Halo 3: ODST" bietet Fans interessante Einblicke in das "Halo"-Universum, versorgt sie mit jeder Menge Action und einer neuen Multiplayer-Variante - und zeigt ganz nebenbei, dass es auch ohne den Master Chief geht.
Zum ersten Mal in der "Halo"-Geschichte hat der Supersoldat Pause. Im Mittelpunkt stehen die Orbital Drop Shock Troopers, kurz ODST - eine Art Weltraum-Fallschirmjäger, die stets als Erste in die Schlacht geschickt werden.
Die Geschichte von "ODST" ist zwischen dem zweiten und dritten Teil der "Halo"-Saga angesiedelt, kurz nachdem die Alien-Allianz die Erdmetropole New Mombasa angegriffen hat. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namenlosen, von seinen Kampfgefährten schlicht "Anfänger" genannten Soldaten, der zusammen mit seinem Team über der afrikanischen Metropole abgesetzt wird, ohne jedoch genau zu wissen, was eigentlich ihr Auftrag ist. Doch der Absprung ins Unbekannte gerät zum Fiasko. Das Team wird auseinandergerissen - und der Spieler macht sich in der dunklen und menschenleeren Stadt auf die Suche nach seinen Kameraden.
Wer jetzt erwartet, dass es von einem Feuergefecht zum nächsten geht, wird enttäuscht. Feindkontakt gibt es anfangs nur selten, und die völlige Stille wird nur ab und an durch die grandiose Hintergrundmusik oder eine jaulende Alarmanlage unterbrochen. Böse Zungen würden sagen, dass den Entwicklern nichts eingefallen ist. Dabei passt die Atmosphäre perfekt zur Ausgangssituation.
Sobald der Anfänger ein Überbleibsel eines Gefährten findet, setzt eine Art Flashback ein. Er erfährt, was mit der Person geschehen ist. Diese spielbaren Erinnerungen sind deutlich spannender und actionreicher als die lästigen Märsche durch die Stadt mit ihren immergleichen Häuserwänden und Straßenzügen geraten. Zumal man darin nicht nur zu Fuß unterwegs ist, sondern sich immer wieder hinter das Steuer von Jeeps, Panzern und diversen Alien-Fluggeräten klemmt. Darüber hinaus bringt jede dieser Missionen ein wenig mehr Licht in das Dunkel des Einsatzziels. Auf diese Weise bleibt die Spannung bis zur letzten Mission auf konstant hohem Niveau.
Optisch hinterlässt "Halo 3: ODST" dagegen einen zwiespältigen Eindruck. Die verwendete Grafikengine hat offenkundig ihren Zenit überschritten, kann aber noch mit tollen Effekten aufwarten. Wer im eher kargen New Mombasa aber nur schnell zum nächsten markierten Zielpunkt hastet, verpasst einiges. In den Gassen sind 30 Audiotagebücher versteckt, die das Schicksal der Stadt beleuchten. Zudem gibt's wertvolle Hinweise auf Waffendepots. Denn wie in allen anderen "Halo"-Games ist Munition wieder Mangelware.
Eine weitere Einschränkung: Der Anfänger und seine Kollegen sind deutlich empfindlicher als der Master Chief und müssen ihre Gesundheit immer wieder an Medi-Stations auffrischen. Dafür haben sie ein vielseitiges Visier, das Gegner rot umrandet und gleichzeitig als Nachtsichtgerät fungiert.
Nach knapp fünf Stunden ist die Solo-Kampagne bestanden. Was dann noch bleibt, ist der dicke, komplett aus "Halo 3" übernommene Multiplayer-Modus nebst neuer Variante "Feuergefecht": Darin kämpft ein Quartett auf diversen Maps gegen immer stärker werdende Alien-Angriffswellen ums Überleben. Keine neue Idee, Spaß macht's dennoch - vor allem wenn man sich per Headset koordiniert. Auf einer zweiten DVD finden sich zudem alle bislang veröffentlichten Map-Packs sowie drei neue Karten. Für Online-Zocker ein Muss.
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